Mit Schlüsselanhänger beworfen Polizei ermittelt wegen Attacken auf Merk

Er bleibt eine ungeliebte Person auf Schalke: Der ehemalige Schiedsrichter Markus Merk ist in der Gelsenkirchener Arena mit Bierbechern und einer Miniatur-Billardkugel beworfen worden. Die Polizei hat nun ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Merk (2.v.r.) mit Begleitschutz: Bierbecher und Billardkugel-Anhänger
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Merk (2.v.r.) mit Begleitschutz: Bierbecher und Billardkugel-Anhänger


Hamburg - Fanschals, Umarmungen, Bierbecherwürfe: Der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Markus Merk ist bei seinem Einsatz als TV-Experte im Gelsenkirchener Stadion unterschiedlich empfangen worden. Während ihm einige Fans Präsente überreichten und S04-Trainer Huub Stevens ihn gar umarmte, reagierten Teile der Schalker Anhängerschaft deutlich ablehnender. Merk wurde bepöbelt, ausgepfiffen - und mit Bierbechern und einem Billardkugel-Anhänger beworfen.

Nach einem Bericht von "Sport Bild Online" versucht die Polizei nun, den Werfer des Anhängers zu finden. "Wir haben gegen den Täter ein Ermittlungsverfahren wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung eingeleitet. Zur Täterermittlung bedarf es nun einer Auswertung der Bilder", sagte ein Polizeisprecher "Sport Bild Online".

Dem Bericht zufolge seien zudem einige der mutmaßlichen Bierbecher-Werfer identifiziert worden: "Wir haben drei Täter dingfest machen können. Sie wurden kurzfristig festgenommen. Ihre Personalien sind nun bekannt. Gegen Sie wird ein Ermittlungsverfahren wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung beziehungsweise Körperverletzung eingeleitet", so der Sprecher.

Regenschirme müssen Merk schützen

Auch die Schalker selbst ermitteln gegen die Täter. Sie werten Videos aus und wollen mit den Behörden kooperieren. Von Vereinsseite werden die Vorfälle ausdrücklich missbilligt. Mögliche Konsequenzen für die Werfer könnten Stadionverbote sein.

Der Auftritt Merks in der Schalker Arena hatte eigentlich ruhig begonnen, doch als er in der Halbzeitpause beim 1:2 (0:1) gegen den 1. FC Kaiserslautern das Spiel analysieren wollte, regneten Bier und zahlreiche Gegenstände auf ihn herab. Sicherheitskräfte schützten Merk mit Regenschirmen. Der Ex-Referee setzte seine Moderation fort, schaute jedoch mehrfach skeptisch auf die Tribüne

Die Wut der Schalker auf Merk resultiert aus dem Meisterschaftsfinale der Saison 2000/2001. Damals hatte der Schiedsrichter am letzten Spieltag in Hamburg kurz vor Abpfiff auf indirekten Freistoß für den FC Bayern im gegnerischen Strafraum entschieden. Durch das anschließende 1:1 schob sich der Rekordmeister noch an Schalke vorbei. Einige königsblauen Anhänger werfen Merk seitdem vor, ihnen den ersten Titel seit 1958 verwehrt zu haben.

bka/sid/dpa



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