Möglicher Liga-Boss MV bringt Parteifreund Merz ins Spiel

Steht demnächst wieder ein Politprofi der Deutschen Fußball-Liga vor? Der frühere DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder hält den bundestagsmüden CDU-Mann Friedrich Merz für einen guten Nachfolger des kürzlich verstorbenen DFL-Bosses Werner Hackmann.


Neuss - Mayer-Vorfelder sagte der "Bild"-Zeitung, er halte Merz für den "geeigneten Mann, falls er emotional dicht genug am Fußball ist". Der Posten des DFL-Chefs ist seit Hackmanns Tod am 28. Januar vakant; Hackmann (SPD) war in den Neunzigern Hamburger Innensenator. Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München, hatte wegen der Unvereinbarkeit seiner Ämter beim Deutschen Rekordmeister und denen bei der DFL abgesagt.

CDU-Politiker Merz: Zukünftig im Fußball aktiv?
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CDU-Politiker Merz: Zukünftig im Fußball aktiv?

Merz hatte unlängst angekündigt, bei der nächsten Bundestagswahl 2009 nicht mehr kandidieren zu wollen. Der 51-Jährige ist wie der 21 Jahre ältere Mayer-Vorfelder Mitglied der CDU. Merz war früher Fraktionschef der Christdemokraten im Bundestag, Mayer-Vorfelder amtierte viele Jahre als Minister in Baden-Württemberg.

Mayer-Vorfelder wird sich am 1. März in Berlin mit DFB-Chef Theo Zwanziger und Bayern-Präsident Franz Beckenbauer zu einer Unterredung treffen. Dabei soll es um eine Verbesserung der Zusammenarbeit gehen. Zuletzt hatte es Unstimmigkeiten gegeben.

Im Wahlkampf um die Uefa-Präsidentschaft hatte Mayer-Vorfelder den späteren Sieger Michel Platini unterstützt, der DFB den nun entthronten Amtsinhaber Lennart Johansson. Mayer-Vorfelder, derzeit einziger deutscher Vertreter im Uefa-Präsidium, zudem Mitglied der Fifa-Exekutive, soll sich im Weltverband für die Kandidatur Deutschlands um die Ausrichtung der Frauen-WM 2011 einsetzen.

In der Diskussion um den künftigen DFB-Ausrüster kritisierte Mayer-Vorfelder das Verhalten der Verbandsführung. "Ein Kampfangebot wie das von Nike kann der DFB nicht einfach ignorieren. Vom Stil wäre es besser gewesen, intern mit adidas zu verhandeln, anstatt alles nach außen zu tragen", sagte Mayer-Vorfelder. adidas zahlt dem DFB derzeit rund elf Millionen Euro pro Jahr, Nike bietet fast das Sechsfache. Insgesamt beläuft sich die Offerte des US-Unternehmens auf eine halbe Milliarde Euro für acht Jahre.

mt/sid



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