Mohammed Bin Hammam Blatter-Rivale kapituliert im Kampf um die Fifa

Mit großen Versprechungen war er angetreten, nun zieht er sich kleinlaut zurück: Mohammed Bin Hammam verzichtet auf eine Kandidatur als Fifa-Präsident - gegen ihn wird wegen des Verdachts auf Bestechung ermittelt. Damit scheidet der einzige Rivale von Amtsinhaber Blatter aus.

Bin Hammam, Blatter Ende 2010: "Verletzt und enttäuscht"
REUTERS

Bin Hammam, Blatter Ende 2010: "Verletzt und enttäuscht"


Hamburg - Am Sonntagmorgen erklärte Mohammed Bin Hammann in einer persönlichen Erklärung auf seiner Website, dass er nun doch nicht zur Wahl des Fifa-Präsidenten am kommenden Mittwoch in Zürich antreten werde.

"Die jüngsten Vorfälle haben mich in offizieller und privater Hinsicht verletzt und enttäuscht", heißt es in dem Statement Bin Hammams, "ich kann es nicht zulassen, dass das Ansehen der Fifa mehr und mehr in den Schmutz gezogen wird. Deshalb habe ich beschlossen, meine Kandidatur zurückzuziehen".

Mit den "Vorfällen" meint Bin Hammam die Ermittlungen der Fifa. Die Ethikkommission des Fußball-Weltverbands hatte am Mittwoch ein Verfahren gegen den Chef der Asiatischen Fußball-Konföderation, Fifa-Vizepräsident Jack Warner und zwei Funktionäre des Karibischen Fußball-Verbands (CFU) eingeleitet.

Den Funktionären wird Bestechung vorgeworfen. Im Zuge der Präsidentschaftswahl soll es bei einem von Warner organisierten Treffen der CFU am 10. und 11. Mai in Trinidad zu entsprechenden Offerten gekommen sein.

Bin Hammam und Co. sollen einigen Verbänden 40.000 Dollar (28.000 Euro) geboten haben, falls sie bei der Abstimmung am 1. Juni in Zürich für ihn votieren. Bereits nach der Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 (an Russland) und 2022 (an Katar) waren Bestechungsvorwürfe gegen den 61 Jahre alten Bin Hamman laut geworden.

Am Sonntag müssen sich die vier Beschuldigten, die die Vorwürfe zurückgewiesen haben, vor der Ethikkommission unter dem Vorsitz des Namibiers Petrus Damaseb in Zürich verantworten. Auch Blatter muss dann aussagen. Ihm wird vorgeworfen, von den Bestechungsversuchen gewusst, aber nichts dagegen unternommen zu haben.

Blatter steht der Fifa seit 1998 vor. Sollte der 75-Jährige am Mittwoch in seinem Amt bestätigt werden, was nach Bin Hammans Rückzug nahezu sicher ist, wäre dies dessen vierte Amtszeit - und seine letzte. Dies hatte Blatter bereits vor einiger Zeit angekündigt.

Bin Hammam hatte seine Kandidatur für den Fifa-Spitzenposten vor allem damit begründet, für mehr Transparenz innerhalb des Verbands sorgen zu wollen. "Ich möchte den Menschen dienen und habe immer gesagt, dass Wettbewerb und Veränderung gut für jede Organisation sind."

Dessen Mitstreiter Warner will sich vor der Fifa-Ethikkommission offensiv verteidigen. Er habe nichts falsch gemacht, betonte der 68 Jahre alte Chef des Kontinentalverbands Nord- und Mittelamerika (Concacaf). Warner kündigte schon im Vorwege brisante Enthüllungen an. "In den nächsten Tagen wird man einen Fußball-Tsunami erleben, der die Fifa und die Welt treffen und schockieren wird."

ach/dpa/sid



insgesamt 31 Beiträge
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Seite 1
ruplanb 29.05.2011
1.
Zitat von sysopMit großen Versprechungen war er angetreten, nun zieht er sich kleinlaut zurück: Mohamed Bin Hammam verzichtet auf eine Kandidatur als Fifa-Präsident - gegen ihn wird wegen des Verdachts auf Bestechung ermittelt. Damit scheidet der einzige Rivale von Amtsinhaber Blatter aus. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,765514,00.html
schade, damit fällt der showdown zwischen Korrumpel und Hyperkorrumpel aus. Die Hyperkorrumpel hat automatisch gewonnen.
LittleBoy 29.05.2011
2. Abspaltung
Wann kommt endlich die Zeit, in der die Großen Fussballverbände aus dieser undemokratischen Ein-Mann-Diktatur aussteigen? Ihr seid stärker als die, denn ihr habt die Fans und die Mannschaften und wahrscheinlich die ganze Welt (außer der Schweiz) hinter euch! Gründet eine Konkurrenz zur Fifa, die zusammen mit den Ländern (nicht gegen!) die WMs usw. ausrichtet! Wieso lasst ihr das mit euch machen? Und wieso toleriert ihr sowas? Und warum ist auch unser allgeliebter Beckenbauer in diesem Sumpf aus Bestechung, Korruption, Drohungen und Diktatur ganz groß mit dabei? Hat der keine Ehre?
flusser, 29.05.2011
3. Schmutz
---Zitat--- ich kann es nicht zulassen, dass das Ansehen der Fifa mehr und mehr in den Schmutz gezogen wird ---Zitatende--- Der war gut, :D Die Fifa ist ein einziger schlammiger korrupter Dreckssumpf auf dem oben die Kröte Blatter sitzt. Dass Herr Bin Hammam glaub das das noch tiefer geht lässt tief blicken.
Netcube 29.05.2011
4. ...
Zitat von sysopMit großen Versprechungen war er angetreten, nun zieht er sich kleinlaut zurück: Mohamed Bin Hammam verzichtet auf eine Kandidatur als Fifa-Präsident - gegen ihn wird wegen des Verdachts auf Bestechung ermittelt. Damit scheidet der einzige Rivale von Amtsinhaber Blatter aus. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,765514,00.html
Interessante Doku, zum Thema Blatter, Fifa, Korruption: DER SCHÖNE SCHEIN - Die FIFA und das Geld http://www.youtube.com/watch?v=tejFjaJqnII
Dunedin, 29.05.2011
5. "Bin Hammam verzichtet auf eine Kandidatur als Fifa-Präsident "
Was prädestinierte denn eigentlich Herrn Bin Hammam als FIFA Präsident ?
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