Korruption im Fußball Fifa sperrt Bin Hammam erneut

Nächster Akt im Fall Mohammed Bin Hammam: Nachdem die Sperre gegen das frühere Fifa-Exekutivmitglied vom Internationalen Sportgerichtshof Cas aufgehoben wurde, suspendierte der Weltverband den Funktionär nun erneut.

Früherer Vize-Präsident Bin Hammam: 90 Tage
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Früherer Vize-Präsident Bin Hammam: 90 Tage


Hamburg - Der Fußball-Weltverband Fifa hat den Funktionär Mohammed Bin Hammam erneut gesperrt. Dem 63-Jährigen sind provisorisch für 90 Tage alle Tätigkeiten im nationalen und internationalen Fußball untersagt worden.

Der US-Amerikaner Michel J. Garcia als Vorsitzender der ermittelnden Kammer sowie der Münchner Richter Hans-Joachim Eckert als neuer Vorsitzender der neuen rechtsprechenden Kammer der Ethikkommission, die erst am Donnerstag ihre Arbeit aufgenommen hatte, trafen diesen Beschluss. In den kommenden drei Monaten werde man noch einmal den Fall in aller Gründlichkeit prüfen. Bin Hammam hatte allerdings ohnehin seinen Rückzug aus dem Fußball-Geschäft angekündigt. Eine Reaktion auf die neuerliche Sperre steht noch aus.

Es ist bereits die zweite Sperre, die der Verband gegen Bin Hammam ausspricht. Mitte des vergangenen Jahres hatte die Ethikkommission dem Funktionär im Zuge der Fifa-Präsidentschaftswahlen versuchten Stimmenkauf vorgeworfen. Bin Hammam soll demnach auf einer Sondersitzung des Karibischen Fußball-Verbands (CFU) versucht haben, andere Offizielle zu bestechen. Der Verband sperrte Bin Hammam daraufhin lebenslang.

Der Katarer hatte die Vorwürfe stets abgestritten und Fifa-Chef Joseph Blatter eine Kampagne gegen ihn vorgeworfen. Er war vor den Internationalen Sportgerichtshof Cas gezogen - und hatte dort einen Freispruch "aus Mangel an Beweisen" erwirkt.

Die Fifa hatte gleich nach dem Cas-Urteil angekündigt, die Unterlagen im Fall Bin Hammam an die Ethikkommission weiterzuleiten. Diese soll nach neuen Beweisen für unzulässige Handlungen des Katarers suchen.

bka/sid

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