Morddrohungen Frankfurt schützt Schweizer Profi Huggel

Türkische Zeitungen bezeichneten ihn als Auslöser der Prügeleien beim WM-Playoffspiel gegen die Schweiz, dann bekam Nationalspieler Benjamin Huggel sogar Morddrohungen auf seiner Homepage. Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt will seinen Profi nun schützen.


Frankfurt - "Wir sind wachsam und haben schon Maßnahmen getroffen, aber wir werden keine zusätzlichen 50 Ordner aufstellen", sagte Eintracht-Sprecher Michael Feick der "dpa". Huggel selbst, auf dessen Homepage die Morddrohungen nach den Vorfällen beim WM-Qualifikationsspiel in der Türkei eingegangen waren, wolle keine Stellung nehmen, teilte die Eintracht mit. Das Gästebuch wurde mittlerweile gesperrt, erklärte der Verantwortliche der Seite, Rolf Buser, im Kölner "Express". Buser hatte die Drohungen auch publik gemacht.

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Verpasste WM-Quali: Trauer und Tumulte

"Das hat nichts mehr mit Fußball zu tun. Jetzt weiß ich, warum er so nachdenklich war", sagte Eintracht-Trainer Trainer Friedhelm Funkel, der seinen Profi beim 2:2 gegen den FSV Mainz 05 erst kurz vor dem Ende eingewechselt hatte. In türkischen Zeitungen war Huggel als Auslöser der Tumulte dargestellt worden, die nach dem 4:2-Erfolg der Türken und dem gleichzeitigen Verpassen der WM-Qualifikation ausgebrochen waren. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Huggel den türkischen Co-Trainer Mehmet Özdilek trat, der wiederum zuvor einem Schweizer Spieler ein Bein gestellt hatte.

Der türkische Außenminister Abdullah Gül verurteilte unterdessen als erster einheimischer Politiker die Randale deutlich. "Solche Ereignisse sollten nirgendwo auf der Welt passieren. Natürlich finden wir sie nicht gut", erklärte er in der "Berliner Zeitung". Gül mahnte aber zugleich eine sachlichere Diskussion an. "In Istanbul war kein Leben in Gefahr, und es wurde auch niemand verletzt". Das sei die Aufregung des Fußballs, "das kann überall auf der Welt passieren, auch in London oder hier", so Gül.

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