Nach Spielabbruch in Duisburg Polizei sieht Rassismusverdacht nicht bestätigt

Das Drittligaspiel zwischen Duisburg und Osnabrück war wegen Rassismus abgebrochen worden – ein Novum im deutschen Profifußball. Der Polizei zufolge allerdings galt die Beleidigung einem weißen Spieler.
Osnabrücks Aaron Opoku soll die fragliche Beleidigung nicht gegolten haben

Osnabrücks Aaron Opoku soll die fragliche Beleidigung nicht gegolten haben

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osnapix / Titgemeyer / imago images/osnapix

Nach dem abgebrochenen Spiel der 3. Fußball-Liga zwischen dem MSV Duisburg und dem VfL Osnabrück hat es eine überraschende Wende gegeben: Laut eines Berichts der NRZ/WAZ haben die Ermittlungen der Polizei einen Rassismusverdacht nicht bestätigt. Eine finale Beurteilung der Staatsanwaltschaft steht aber noch aus.

Schiedsrichter Nicolas Winter hatte die Begegnung im Dezember als erste im deutschen Profifußball wegen eines rassistischen Vorfalls abgebrochen. Ein Zuschauer wurde beschuldigt, den VfL-Spieler Aaron Opoku von der Tribüne aus beleidigt zu haben. Die Partie wurde für den 2. Februar neu angesetzt.

Nach Einschätzung der Polizei soll es sich beim Beleidigten nicht um Opoku gehandelt haben, sondern um dessen Mitspieler Florian Kleinhansl. Dieser sei vor der Ausführung eines Eckballs als »Affe« verunglimpft worden. Zeugen hatten nach der Partie ebenfalls ausgesagt, dass der beschuldigte Fan die Beleidigung zwar benutzt, aber einen weißen Spieler gemeint hätte.

»Vorbehaltlich einer finalen und abschließenden Beurteilung durch die Staatsanwaltschaft sind wir sehr erleichtert darüber, dass sich zum jetzigen Zeitpunkt und nach den heute veröffentlichten Ermittlungsergebnissen der Polizei, die dem MSV leider noch nicht vorliegen, der Rassismusverdacht nicht erhärtet hat«, teilte der MSV in einem auf der Homepage veröffentlichten Statement mit: »Wir sind erleichtert, dass mit diesen vorläufigen Ergebnissen unsere Werte, unser Leitbild und unsere weltoffene Stadt nicht nachhaltig beschädigt wurden.«

cev/sid
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