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07. Juni 2005, 12:55 Uhr

Münchner Allianz-Arena

Powerrasen im Eimer

Von , München

Nur eine Woche nach den Eröffnungsspielen der Hausherren TSV 1860 München und FC Bayern ist der hochgelobte Rasen der neuen Allianz-Arena total ramponiert. Dennoch entschieden die Verantwortlichen, den Rasen vorerst nicht auszutauschen.

DDP

Besucher, die gestern an den ersten Führungen durch das hypermoderne Schlauchboot im Münchner Norden teilnahmen, blickten von den Rängen hinunter auf ein Spielfeld, das - mit kahlen und braunen Stellen durchzogen - einem Bolzplatz gleicht. Vor allem an den Außenlinien und an den Eckfahnen in der Südkurve steht fast kein Grashalm mehr.

Nach nur drei Eröffnungsspielen ist der Powerrasen aus Oberbayern gründlich im Eimer. Dabei hatte der Hersteller sieben verschiedene Gräser zusammengemischt, um den Rasenteppich gegen Wind, Wetter und Sonne abzuhärten. 100.000 Euro kostete der Anfang Mai verlegte Rollrasen für das künftige WM-Stadion.

Das Pech sei nun, hieß es gestern, dass es in den vergangenen Wochen ungewöhnlich viel geregnet habe. Deswegen sei wohl der Powerrasen nicht richtig verwurzelt. Am Montag tagten die Herren des Krisenstabs der Stadion GmbH und schritten die 8000 Quadratmeter Grünfläche mit finsteren Mienen ab. Trotz einiger Narben entschied die Expertenrunde, bestehend aus Architekten, Bodengutachter, Platzwart und Verantwortlichen der Rasenbaufirma, dass der Teppich in der Stube bleibt.

"Wir haben uns darauf geeinigt, dass der Rasen jetzt sechs bis sieben Wochen Regenerationszeit bekommt und dann in die neue Spielzeit geht", sagte Horst Schwab, Geschäftsführer der gleichnamigen Firma, die für die Produktion und Verlegung des Geläufs zuständig ist. Schwab versteht die Aufregung nicht: "Der Rasen ist für die starke Belastung in den ersten zehn Tagen überaus vital. Natürlich gibt es ein paar ramponierte Stellen, aber das ist völlig normal", so Schwab.

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