Nach Phantomtor DFB nimmt Kontakt zur Fifa auf

Stefan Kießlings Phantomtor in Sinsheim ist ein Fall für das DFB-Sportgericht. 1899 Hoffenheim hat wie angekündigt Protest gegen die Wertung des Spiels eingelegt, der DFB steht bereits in Kontakt zum Fußball-Weltverband. Auf die Gastgeber könnte allerdings ein Problem zukommen.

DFB-Präsident Niersbach: Verband will Kontakt zur Fifa aufnehmen
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DFB-Präsident Niersbach: Verband will Kontakt zur Fifa aufnehmen


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Hamburg - 1899 Hoffenheim hat nach dem Phantom-Tor beim 1:2 gegen Bayer Leverkusen wie angekündigt Einspruch gegen die Spielwertung eingelegt. Das bestätigte der Deutsche Fußball-Bund (DFB). In den kommenden Tagen wird das Sportgericht weitere Stellungnahmen des Schiedsrichters Felix Brych, der beiden Clubs und des Kontrollausschusses einholen.

Zudem stehe man in Kontakt mit dem Weltverband Fifa, um die international gültige Rechtsgrundlage zu klären und die verbindlichen Vorgaben der Fifa zu berücksichtigen. "Dass ein solches Phantomtor als ungerecht empfunden wird, können wir alle absolut nachvollziehen", sagte Rainer Koch.

Der DFB-Vizepräsident für Rechts- und Satzungsfragen schränkte aber ein: "Der reflexartige Ruf nach einer Wiederholung des Spiels ist verständlich, aber wir wissen aus der Vergangenheit auch, wie sehr die Fifa die Tatsachenentscheidung eines Schiedsrichters schützt."

Laut Andreas Rettig, dem Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL) werde das Sportgericht frühestens übernächste Woche über den Sachverhalt entscheiden. "Herr Koch beabsichtigt, dass es erst nach dem Bundestag, der am Donnerstag und Freitag stattfindet und bei dem es zu personellen Veränderungen kommen könnte beim Sportgericht und beim Bundesgericht, zu einem finalen Ergebnis erst in der übernächsten Woche kommen kann", sagte Rettig bei Sky.

Helmer zurückhaltend zu Wiederholungsspiel

Auf 1899 Hoffenheim könnte auch noch ein ganz praktisches Problem zukommen. Der gastgebende Verein ist für den ordnungsgemäßen Zustand des Tornetzes zuständig. Der Ball war nach einem Kopfball von Bayer-Stürmer Stefan Kießlings in 70. Minute von außen durch ein Loch im Tornetz im Gehäuse gelandet.

Für die Hoffenheimer spricht, dass einer der Assistenten von Schiedsrichter Brych das Netz vor dem Anpfiff zur zweiten Hälfte kontrolliert, das Loch dabei aber nicht erkannt hatte.

In der Bundesliga-Geschichte gibt es einen Präzedenzfall, auf den in diesem Zusammenhang immer wieder verwiesen wird. Der damalige Phantom-Torschütze Thomas Helmer sieht im aktuellen Fall eine Wiederholung der Partie jedoch skeptisch.

"Ich könnte mir vorstellen, dass man sich das reiflich überlegt, bleibt es eine Tatsachenentscheidung oder nicht. Ich sehe die Chancen nicht so groß wie damals", sagte der frühere Nationalspieler: "Selbst bei meinem Fall, als es Gott sei Dank ein Wiederholungsspiel gab, hat die Fifa mächtig Theater gemacht und sich darüber aufgeregt."

asi/sid/dpa



insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
waltherhans 19.10.2013
1. Warum komplett wiederholen ?
Sicherlich ist es nicht richtig ein solches Spiel komplett zu werten, jedoch sollte man auch ganz klar sagen, dass Leverkusen in Führung lag, und anschließend anders gespielt hätte. Berechtigt wäre es die letzten 20 Minuten beim Stande von 1:0 für Leverkusen wiederholen zu lassen - dem Zeitpunkt als das Phantom-Tor geköpft wurde. Das Ganze Spiel zu wiederholen ist unangemessen. Außerdem würde durch die Zusatz Belastung in Europa ( Champions-League ) ein weiterer Nachteil für Leverkusen entstehen. Das wäre nicht OK.
Loddarithmus 19.10.2013
2. Warum nicht
Zitat von waltherhansSicherlich ist es nicht richtig ein solches Spiel komplett zu werten, jedoch sollte man auch ganz klar sagen, dass Leverkusen in Führung lag, und anschließend anders gespielt hätte. Berechtigt wäre es die letzten 20 Minuten beim Stande von 1:0 für Leverkusen wiederholen zu lassen - dem Zeitpunkt als das Phantom-Tor geköpft wurde. Das Ganze Spiel zu wiederholen ist unangemessen. Außerdem würde durch die Zusatz Belastung in Europa ( Champions-League ) ein weiterer Nachteil für Leverkusen entstehen. Das wäre nicht OK.
nur die 3 Sekunden wiederholen, in denen K. schoss? Soll er doch einfach nochmal auf das Außennetz schießen, und wenn er dann wieder reingeht, bleibts beim Ergebnis. Ist doch angemessen, oder?
kerkermeistter 19.10.2013
3. Warum überhaupt wiederholen?
Ich verstehe nicht, was hier so grundlegend anderes ist als bei anderen Fehlentscheidungen. Wenn sich später herausstellt, daß der Torschütze im Abseits stand oder den Ball mit der Hand gespielt hat, kommt keiner auf die Idee, das Spiel wiederholen zu wollen.
Nitesword 19.10.2013
4. Wiederholung
Es ist eine Tatsachenentscheidung! Es gibt sovielmal Tore die keine waren. Wo will man denn da anfangen? Vielleicht in Wembley?
ultrabayern619 19.10.2013
5. Nur die 2.Halbzeit...
sollte wiederholt werden!! Ich denke zwar nicht, dass das spiel wiederholt wird, da die Fifa eigl. immer die Entscheidung der Schiedsrichter nicht anfechtet und eine rote Karte ja auch nicht zurückgenommen wird wenns eigl. keine war. Aber 1996 wurde das Spiel ja auch wiederholt, letztendlich muss es das DFB-Gericht entscheiden, aber wenn es wiederhol wird sollte der gerechtigkeit halber nur die 2.Halbzeit wiederholt werden, da Leverkusen das ganze Spiel über die bessere Mannschaft war und durch die CL zusätzlich geschwächt ist!!!
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