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04. Juni 2015, 20:31 Uhr

Nach umstrittenem Quali-Aus

Fifa stellte irischen Fußballverband mit Millionenbetrag ruhig

Wegen eines nicht geahndeten Handspiels flog Irland vor der WM 2010 aus dem Wettbewerb. Der irische Fußballverband wollte dagegen klagen, erhielt stattdessen aber eine Entschädigung von der Fifa, angeblich als Kredit.

Der Fußball-Weltverband Fifa hat sich im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika anscheinend ein juristisches Verfahren mit dem irischen Verband FAI durch eine millionenschwere Entschädigungszahlung erspart.

Damals war Irland im Playoff-Rückspiel in Frankreich mit 1:1 nach Verlängerung unglücklich ausgeschieden. Dem Ausgleichstreffer in Paris ging ein nicht geahndetes Handspiel von Thierry Henry voraus. Der irische Verband hatte daraufhin beantragt, als 33. Teilnehmer zur WM-Endrunde in Südafrika zugelassen zu werden, war damit aber gescheitert.

"Wir hatten das Gefühl, Anlass zu einer Klage gegen die FIFA zu haben, weil wir im Playoff wegen Henrys Aktion ausgeschieden waren", sagte FAI-Präsident John Delaney nun dem Radiosender RTE Radio 1. In der Folge sei es zu einem "Abkommen" mit der FIFA gekommen: "Wir setzten uns donnerstags zusammen und hatten montags einen Deal, der von allen Parteien unterzeichnet wurde. Damit war die Sache erledigt."

Zur Höhe der Zuwendungen wollte Delaney mit Verweis auf die "Vertraulichkeit" keine Angaben machen. Allerdings räumte er ein, dass es sich um eine "sehr gute und überaus rechtmäßige Übereinkunft" gehandelt habe. Medienberichten zufolge soll die FIFA eine Summe von umgerechnet rund fünf Millionen Euro gezahlt haben, um den Fall abzuschließen.

In einem der Zeitung "The Guardian" vorliegenden Statement bestätigt die Fifa die Zahlung der Summe und teilte mit, dass die das Geld als Darlehen für den Bau eines Stadions vorgesehen war. Die Fifa habe später entschieden, den Betrag zum 31. Dezember 2014 abzuschreiben.

Das Hinspiel hatte Frankreich 1:0 gewonnen. Der irische Verband und die Regierung bemühten sich in der Folge bei der Fifa vergeblich um ein Wiederholungsspiel.

Die Zahlung an Irland ist ein weiteres Kapitel im Fifa-Skandal. Erst kürzlich wurde bekannt, dass bei den WM-Vergaben 1998 und 2010 offenbar Schmiergelder geflossen sein sollen.

kbl/dpa/sid

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