Nach Randalen Nur Geldstrafe für Dresden

Weil der Club jetzt mehr auf die Sicherheit achtet, kommt Fußball-Regionalligist Dynamo Dresden trotz wiederholter Fan-Ausschreitungen ohne eine Platzsperre davon. Doch der DFB warnt: Wenn es noch einmal kracht, sind schärfere Sanktionen fällig.


Frankfurt a.M./Dresden - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat eine Geldstrafe von 15.000 Euro gegen den Ex-Bundesligisten ausgesprochen. Dynamo-Anhänger hatten bei den Spielen in Lübeck (13. Oktober) mit einem Rauchbombenwurf und beim Duell gegen Hertha BSC Berlin II (27. Oktober) mit wilden Prügelszenen für Randale gesorgt. Dabei wurden 23 Polizisten zum Teil schwer verletzt.

Dresdner Fans: Anfeuern auf Bewährung
DPA

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"Unmittelbar nach den gravierenden Ausschreitungen Dynamo Dresden zuzurechnender Zuschauer hat der Verein zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit bei Heim- und Auswärtsspielen eingeleitet", begründete der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, Rainer Koch, das milde Urteil. Kontrollausschuss und Sportgericht hätten daher die Entscheidung über die beiden Fälle zunächst zurückgestellt, "um die Wirkung der Maßnahmen festzustellen".

Da es in den nachfolgenden vier Meisterschaftsspielen der Sachsen zu keinem weiteren Fehlverhalten Dresdener Zuschauer gekommen ist, habe Gerichtnunmehr nach Antrag des Kontrollausschusses von weiteren, über die Geldstrafe hinausgehenden Sanktionen abgesehen. Koch stellte allerdings klar: "Kontrollausschuss und Sportgericht gehen davon aus, dass Dynamo Dresden und allen seinen Anhängern bewusst ist, dass neuerliche vergleichbare Zuschauerausschreitungen nicht mehr nur mit einer Geldstrafe geahndet werden könnten." Sechs Punkte minus für den achtmaligen DDR-Meister oder ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit standen bei der Verhandlung zur Diskussion - eine entsprechende Strafe würde beim nächsten Vergehen wohl ausgesprochen.

Der Club hat die Entscheidung akzeptiert. "15.000 Euro sind eine dicke Stange Geld. Uns wurde unmissverständlich klar gemacht, dass der DFB beim nächsten Vorfall keine Gnade mehr walten lassen wird", erklärte Dynamo-Geschäftsführer Volkmar Köster. Er fügte hinzu: "Mit diesem Urteil hat der Verband auch den unbedingten Willen des Vereins gewürdigt, die Verursacher von Randalen mit aller Härte zu bestrafen". Dynamo hat den Rauchbombenwerfer vom Lübeck-Spiel zivilrechtlich auf 6000 Euro Schadenersatz verklagt.

all/sid



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