Nach wiederholten Rassismus-Vorfällen Bulgariens Sportminister fordert Rücktritt von Verbandschef 

Nachdem englische Spieler während der EM-Qualifikation in Bulgarien rassistisch beleidigt wurden, weitet sich der Fall aus: Die bulgarische Regierung fordert Konsequenzen für den Verbandspräsidenten. Der will aber bleiben.

Der Präsident des bulgarischen Fußballverbandes: Borislaw Michajlow
Aleksandar Djorovic/ imago images

Der Präsident des bulgarischen Fußballverbandes: Borislaw Michajlow


Nach den rassistischen Vorfällen beim EM-Qualifikationsspiel zwischen Bulgarien und England hat die bulgarische Regierung den Rücktritt des Präsidenten des bulgarischen Fußballverbands, Borislaw Michajlow, gefordert. Das sagte Sportminister Krassen Kralew in Sofia. Die Antwort kam prompt: Michailow wolle seinen Posten beibehalten und der Staat habe kein Recht, das zu verlangen, sagte ein Verbandssprecher dem Staatsradio in Sofia.

Beim 6:0-Sieg der Engländer am Montagabend in Sofia war die erste Hälfe zweimal unterbrochen worden. Bulgarische Fans hatten englische Spieler rassistisch beleidigt. Auf der Tribüne wurde zudem der Hitlergruß gezeigt.

Der Vorsitzende des englischen Verbands FA, Greg Clarke hatte danach von "einer der schrecklichsten Nächte, die ich im Fußball je gesehen habe", gesprochen. Die FA forderte von der Uefa Konsequenzen. Die Uefa gab bekannt, erst den offiziellen Spielbericht analysieren zu wollen.

Rücktrittsforderungen sollen direkt vom Regierungschef kommen

Bereits in den Spielen gegen das Kosovo und Tschechien waren die bulgarischen Zuschauer durch rassistische Anfeindungen aufgefallen. Deswegen blieben gegen England Teile der Tribüne geschlossen.

Bis Michailows Rücktritt wolle die Regierung die Beziehungen zum Fußballverband (BFS) aussetzen - auch die finanziellen Zuwendungen sollen eingestellt werden, sagte Sportminister Kralew. Die Rücktrittsforderung an Michailow komme direkt vom Regierungschef Boiko Borissow, der als Fußballfan gilt.

mey/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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lordnephilim 15.10.2019
1.
Konsequent wäre es das Land von internationalen Veranstaltungen auszuschließen. Ganz einfach.
charlybird 15.10.2019
2. Dann
müsste man ein ganze Menge Länder ausschließen. Es wäre besser die Spiele bei solchen Vorkommnissen ohne oder mit ausgewähltem Publikum auszutragen, quasi vor leeren oder dünn besetzten Rängen. Auch nicht die beste Idee, aber es wäre eine Möglichkeit mittelfristig die Zivilcourage der ''Bystander'' zu fördern.
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