Nach Schiedsrichter-Beleidigung Der DFB ermittelt gegen Badstuber

Nach einem Platzverweis im Spiel zwischen Stuttgart und Kiel beschimpfte Holger Badstuber die Schiedsrichter. Der ehemalige Nationalverteidiger entschuldigte sich später. Aber nun droht ihm eine längere Sperre.

Holger Badstuber sah gegen Kiel in der zweiten Hälfte Gelb-Rot
Tom Weller / DPA

Holger Badstuber sah gegen Kiel in der zweiten Hälfte Gelb-Rot


Holger Badstuber droht nach einem Platzverweis und der darauffolgenden Schiedsrichterbeleidigung im Zweitligaspiel des VfB Stuttgart gegen Holstein Kiel eine längere Sperre. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bestätigte, dass der DFB-Kontrollausschuss ein Ermittlungsverfahren gegen den Ex-Nationalspieler eingeleitet hat.

Badstuber sah beim 0:1 der Schwaben am Sonntag in der 53. Minute Gelb-Rot, nachdem er einen Kieler am Trikot gehalten hatte. Als er vom Platz ging, schimpfte er in Richtung der Unparteiischen: "Ihr seid Muschis geworden!" Bei Twitter hat sich der 30-Jährige nach dem Spiel für die Entgleisung entschuldigt.

VfB-Sportdirektor Sven Mislintat hatte nach dem Spiel um Verständnis geworben. "Ich hoffe, dass man das Wort nicht auf die Goldwaage legt", sagte er.

Von Stuttgarts Trainer Tim Walter aber gab es kritische Worte: "Gestern hat uns der Holger ein Bein gestellt", sagte der 43-Jährige. "Mit zehn Mann zu verteidigen und wieder Torchancen herauszuspielen - wer Fußball gespielt hat, der weiß, dass das nicht so einfach ist." Ob es auch intern Konsequenzen geben wird, ist noch unklar. "Er weiß schon, was er getan hat", sagte Walter nach einem Gespräch mit dem Stammspieler und räumte auch Verständnis ein: "Der macht das nicht absichtlich. Der macht das in der Emotion."

Badstubers Mitspieler Mario Gomez äußerte sich auch zu dem Vorfall: "Natürlich macht man das nicht, und er würde es jetzt wahrscheinlich auch nicht mehr machen. In der Situation ist das aber auch Fußballdeutsch. In der Emotion auf dem Fußballplatz fallen noch ganz andere Wörter", sagte der ehemalige Nationalspieler.

Für Badstuber dürfte das jetzt ein Nachspiel haben.

mjm/sid



insgesamt 11 Beiträge
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peter-11 21.10.2019
1. an die eigene Nase fassen
als erfahrener Ex-Nationalspieler weiß man aber schon, dass man, wenn man schon mit gelb vorbelastet ist, vorsichtiger sein sollte. Auch wenn er scheinbar für die Klasse zu langsam ist, geht dieses am Trikot zerren gar nicht. Seine Entschuldigung ist aber o.k., da muss man jetzt auch kein großes Fass aufmachen.
elisenstein 21.10.2019
2. der DFB sollte mal die Kirche im Dorf lassen
wenn ein Spieler einen Anderen so foult, dass er verletzt wird bekommt er wenn er Pech hat die rote Karte und wird für 2-3 Spiele gesperrt. Wenn ein Spieler sich voller Adrenalin etwas unglücklich ausdrückt, muss der DFB ermitteln weil sich der Schiedsrichter beleidigt fühlt? ich dachte dass die Schiedsrichter schon erwachsen sind und im täglichen Umgang miteinander doch so einiges gehört haben. Und dann kann den Schiedsrichter so Etwas erschüttern?
nochmehrsenfdazu 21.10.2019
3. Leider, leider, leider...
...verhalten sich die meisten Schiedsrichter inkonsequent. Statt darauf zu achten, dass Spieler eine Vorbildfunktion haben und nicht nach einem Foulpfiff sichtbar für alle beide Arme zur Reklamation heben (gelbe Karte wird nicht gegeben) oder Spieler auf den Schiedsrichter zulaufen, um zu reklamieren (gelbe Karte wird nicht gegeben), wird die rote Karte gezogen,, wenn ihnen eine Beleidigung - wegen Richtmikrofonen und Lippenlesern - ins Ohr geflüstert wird. Man wünscht sich Schiedsrichter, die ohne Eitelkeit "über den Dingen stehen".
uli_san 21.10.2019
4. Am besten...
Zitat von nochmehrsenfdazu...verhalten sich die meisten Schiedsrichter inkonsequent. Statt darauf zu achten, dass Spieler eine Vorbildfunktion haben und nicht nach einem Foulpfiff sichtbar für alle beide Arme zur Reklamation heben (gelbe Karte wird nicht gegeben) oder Spieler auf den Schiedsrichter zulaufen, um zu reklamieren (gelbe Karte wird nicht gegeben), wird die rote Karte gezogen,, wenn ihnen eine Beleidigung - wegen Richtmikrofonen und Lippenlesern - ins Ohr geflüstert wird. Man wünscht sich Schiedsrichter, die ohne Eitelkeit "über den Dingen stehen".
...ist es immer, sich erst zu informieren und dann zu kommentieren. Der Spieler Badstuber hat die rote Karte nicht fürs Beleidigen bekommen, sondern eine gelb/rote Karte wegen Foulspiel. Die Beleidigung kam danach und wurde im Spielbericht notiert. Dem Schiedsrichter hier jetzt zu unterstellen, er würde überreagieren, bedeutet das Fehlverhalten zu verdrehen.
didohaun 21.10.2019
5. Unentschuldbar
Ein so erfahrener Spieler wäre für die momentan strauchelnde Mannschaft ganz besonders wichtig. Nachdem er in dieser Saison von dem Verletzungspech anderer profitierte und in die Stammelf vorrückte, hat er diese Chance genutzt und sich wieder seinem ehemaligen Leistungsvermögen angenähert, was im auch wieder die erwartete Anerkennung einbrachte. Also kein Grund für ihn übergroßen Frust vor sich einzuschieben. Deshalb ist es umso unverständlicher, dass er sich mit seiner Erfahrung nicht nur zu zwei solchen Fouls, sondern auch noch zu einer derartigen Verbalentgleisung hinreißen ließ. Offensichtlich hat er seinen Hochmut, wohl noch aus den goldenen Bayern Jahren stammend, immer noch nicht abgelegt.
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