Nationalelf Jeremies spricht von Rücktritt

Jens Jeremies beschäftigt sich intensiv mit seinem Abschied aus der Nationalmannschaft.


Jens Jeremies (M.) verspürt wenig Lust auf die Nationalelf
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Jens Jeremies (M.) verspürt wenig Lust auf die Nationalelf

München - Jens Jeremies verspürt nach dem verkorksten EM-Jahr 2000 keinen großen Drang zu einer Rückkehr in die Nationalmannschaft. Nach konkreten Rücktrittsüberlegungen direkt im Anschluss an die Europameisterschaft im vergangenen Juni kämen "solche Gedanken immer wieder", sagte der 26-jährige Profi des FC Bayern München dem Fachmagazin "Kicker".


"Kampf ohne Ende"


"Außerdem läuft es wirklich gut in der Nationalelf, es gibt also keinerlei Veranlassung, dass ich da wieder herumfuhrwerke", fügte Jeremies hinzu.

Aus Verletzungsgründen hatte der 26-Jährige in den ersten drei siegreichen Spielen unter dem neuen DFB-Teamchef Rudi Völler gefehlt. Eine Nominierung für das letzte Länderspiel 2000 im November gegen Dänemark hatte er wegen seiner Hochzeit ausgeschlagen. Für ein Comeback unter Völler äußerte der 25fache Nationalspieler konkrete Vorstellungen. "Wenn ich wieder zur Nationalelf gehe, dann nicht, um auf der Bank zu sitzen; das ist klar. Dann wird es einen Kampf ohne Ende geben, bis ich wieder in der Mannschaft bin", sagte Jeremies.


Testspiel vor 30.000 Zuschauern


Der gebürtige Görlitzer würde weiter auch außerhalb der DFB-Elf deutlich seine Meinung äußern. Nach der Kritik am Zustand der Nationalmannschaft im Vorfeld der EM, den er als "jämmerlich" bezeichnete, war er vom damaligen Teamchef Erich Ribbeck für ein Länderspiel suspendiert worden. "Ich werde es in Zukunft noch extremer sagen, wenn so etwas wieder auftritt, und die Konsequenzen ziehen, das heißt: auch Taten sprechen lassen", kündigte Jeremies an. Im Klartext heiße dies: "Dass ich dann nicht mehr spiele."

Der FC Bayern gewann ein Testspiel in Tunis vor 30.000 Zuschauern mit 2:0 gegen "La Esperanza". Mehmet Scholl und Thorsten Fink trafen für den Tabellenzweiten der Bundesliga.



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