Nationalmannschaft Deisler gegen Holland dabei

Für das Testländerspiel gegen Holland am kommenden Mittwoch hat Teamchef Erich Ribbeck überraschend Sebastian Deisler von Hertha BSC Berlin nachnominiert.


Berlin - Mit dem überraschend nachnominierten Sebastian Deisler geht DFB-Teamchef Erich Ribbeck an die "Standort-Bestimmung" Holland. "Wir sind zu Beginn der Rückrunde, die Spieler sind alle fit. Das ist ein echter Leistungstest", sagte der 62-Jährige und nahm damit seine EM-Kandidaten für den ersten Auftritt 2000 am Mittwoch gegen die Niederlande (20.30 Uhr/ARD live) in die Pflicht. Für den 20-jährigen Deisler ist es bereits der vierte Anlauf, um Nationalspieler zu werden. Drei Mal hatte er ein mögliches Debüt wegen Verletzungen absagen müssen.

Sebastian Deisler (Hertha BSC Berlin) beim Bundesligaspiel gegen den Hamburger SV
AP

Sebastian Deisler (Hertha BSC Berlin) beim Bundesligaspiel gegen den Hamburger SV

"Gegen Holland können wir sehen, wo wir sind, was zu korrigieren ist, was noch möglich ist", sagte Ribbeck, der schon am Sonntag ins Quartier nach Huizen reiste, um mit seinem Stab und der medizinischen Abteilung die EM-Vorbereitung detailliert abzusprechen. "Vielleicht sieht man auch, wenn nicht mehr möglich ist, dass wir auch unsere Lehren daraus ziehen müssen. Dann ist klar, woran wir arbeiten müssen", schloss Ribbeck zum Start ins EM-Jahr gegen den WM-Vierten auch den Negativ-Fall mit ein. "Es ist ja oft so, dass der eine oder andere in der Bundesliga mit guten Leistungen auffällt und sich international schwer tut. Länderspiele - das ist eine Etage höher", betonte der Teamchef.

Ursprünglich wollte Ribbeck nach den Absagen des Dortmunders Christian Wörns (Oberschenkel-Verletzung) und des Münchners Carsten Jancker (Leiste) mit nur 17 Spielern in Amsterdam bestehen. Am Sonntag entschied sich der 62-Jährige doch zur Berufung von Deisler. Nach einer Knieoperation und über zweimonatiger Pause hatte der Neu-Berliner am Freitag im Bundesliga-Spiel von Hertha BSC gegen den Hamburger SV (2:1) erstmals wieder in der Anfangsformation gestanden und gleich überzeugen können.

Erstmals äußerte sich Erich Ribbeck auch zu seiner persönlichen Zukunft für den Fall, dass Titelverteidiger Deutschland das Europameisterschafts-Endrundenturnier bereits nach der Vorrunde verlassen muss. Dann "hat es keinen Sinn mehr für mich weiterzumachen". Doch weitere Gedanken um das EM-Abschneiden schiebt Ribbeck, dessen Vertrag mit dem EM-Ende ausläuft, erst einmal in den Hintergrund.



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