Nationalmannschaft DFB hält an Ribbeck fest

Trotz des massiven öffentlichen Drucks wird der Deutsche Fußball-Bund mit Erich Ribbeck als Teamchef die Europameisterschaft bestreiten. Auch der 62-Jährige selbst will nicht vorzeitig das Handtuch werfen.


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Die Krise der Nationalmannschaft

Ist Erich Ribbeck noch der richtige Mann auf dem Posten des Nationaltrainers?

Frankfurt am Main - "Ich sehe überhaupt keine Veranlassung dazu. Ich will nichts beschönigen. Aber Tatsache ist, dass für mich jetzt erst die eigentliche Arbeit anfängt. Jetzt beginnt die Phase, wo ich erst richtig Einfluss habe, wenn ich im Trainingslager auf Mallorca mal eine Woche mit der Mannschaft arbeiten kann", sagte Ribbeck.

Am Mittag hatte er sich mit DFB-Präsident Egidius Braun zum Essen getroffen. Im Zentrum des Vier-Augen-Gesprächs stand natürlich der peinliche Auftritt der deutschen Nationalmannschaft beim 1:1 gegen die Schweiz - und auch die in breiter Öffentlichkeit ausgebrochene Diskussion um einen vorzeitigen Rücktritt des Trainers. Offenbar hatte der Teamchef dabei die volle Unterstützung seines Präsidenten erhalten.

Ribbeck gab sich anschließend selbstbewusst: "Ich brauche keine Rückendeckung durch den Verband oder Herrn Braun. Wir sind nämlich in den grundsätzlichen Dingen einer Meinung. Wichtig ist nur, dass man aus den Erfahrungen der gesamten Saison lernt und dann auch der DFB die richtigen Konsequenzen für die Zukunft zieht", sagte Ribbeck, der damit die ungünstige Terminwahl des Länderspiels ansprach. "Bis auf zwei Spieler geht es für alle anderen noch um sehr viel bei ihren Klubs, für die es ihrerseits um Beträge um die 30 Millionen Mark geht. Dass da die Konzentration bei der Nationalmannschaft leidet, ist zwar schlimm, aber wohl nicht vermeidbar", erklärte der Teamchef. Ab Sonntag will er vier Tage auf Sylt abschalten.



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