Nationalmannschaft Enke erleidet Handbruch

Hiobsbotschaft für Joachim Löw: Nationaltorhüter Robert Enke fällt aufgrund einer schweren Handverletzung für mehrere Wochen aus und steht somit auch im WM-Qualifikationsspiel gegen Russland nicht im Tor. Seinen Platz wird ein Länderspieldebütant einnehmen.


Hamburg - Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft muss am Samstag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) im WM-Qualifikationsspiel in Dortmund gegen Russland auf ihre derzeitige Nummer eins Robert Enke verzichten.

Nationaltorwart Enke: Ausfall wegen Handverletzung
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Nationaltorwart Enke: Ausfall wegen Handverletzung

Der Torwart von Hannover 96 erlitt am Mittwochnachmittag bei einer Faustabwehr im Geheimtraining der DFB-Auswahl einen Bruch des Kahnbeins der linken Hand. Der Deutsche Fußball-Bund bestätigte die schwere Handverletzung des 31-Jährigen. Enke verlässt am Donnerstagnachmittag das DFB-Quartier in Düsseldorf, um sich weiteren medizinischen Untersuchungen bei einem Handspezialisten zu unterziehen. Dann soll entschieden werden, ob er operiert werden muss oder konservativ behandelt wird. Der Torhüter fällt voraussichtlich wochenlang aus.

"Ich habe gleich gemerkt", so Enke im Gespräch mit DFB-TV, "dass es etwas Schlimmeres ist". Der Hannoveraner wollte einen Schuss von Philipp Lahm abwehren. "Mindestens acht Wochen", werde er nun wohl ausfallen, so der Torhüter: "Ich konzentriere mich jetzt darauf, schnellstmöglich zurückzukommen".

Enke, der sein Nationalteam-Debüt im März 2007 in Duisburg gegen Dänemark (0:1) gegeben und seit dem Rücktritt von Jens Lehmann nach der EURO 2008 das Länderspiel gegen Belgien in Nürnberg (2:0) sowie die beiden WM-Qualifikationsspiele in Vaduz gegen Liechtenstein (6:0) und in Helsinki gegen Finnland (3:3) als neue Nummer eins bestritten hatte, fällt vorerst längere Zeit aus. "Mindestens acht Wochen", mutmaßt der "Pechvogel" im DFB-Dress.

Damit muss Löw gegen die Russen einen Debütanten ins Tor stellen: Sowohl René Adler als auch Tim Wiese haben noch keinen Länderspieleinsatz vorzuweisen. Als Favorit für den Posten im deutschen Tor gilt der 23-jährige Leverkusener Adler, der nach der EM ohnehin schon als zukünftige Nummer eins gehandelt worden war.

Adler hatte wegen einer Schulterverletzung die Saisonvorbereitung und die ersten drei Länderspiele gegen Belgien (2:0), Liechtenstein (6:0) und Finnland (3:3) verpasst. Bei diesen Partien war Wiese jeweils die Nummer zwei hinter Enke. Löw hatte Adler am Mittwoch bescheinigt, dass er "schnell wieder gute Form erreicht" habe. Zudem erklärte der Bundestrainer vor der Enke-Verletzung, dass noch keine "endgültige Entscheidung" in der Torwartfrage gefallen sei.

Teammanager Oliver Bierhoff sieht kein Torhüter-Problem für die Nationalmannschaft im Spiel gegen Russland. Er traue sowohl René Adler als auch Tim Wiese zu, "dem Druck standzuhalten", sagte Bierhoff: "Ich mache mir keine Sorgen." Nach Angaben des Managers hat Bundestrainer Löw noch nicht entschieden, welchen der beiden Länderspiel-Debütanten er am Samstag ins Tor stellen wird.

luk/sid/dpa



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