Nations-League-Kader Flick setzt auf Rückkehrer – Ginter und Gosens nicht dabei

Fußballbundestrainer Hansi Flick hat für die Nations League viele etablierte Spieler nominiert. Ein paar EM-Teilnehmer fehlen jedoch – und Simon Terodde wird beobachtet.
Bundestrainer Hansi Flick: »Der Kader, der jetzt da ist, ist vom Stamm her das Maß aller Dinge«

Bundestrainer Hansi Flick: »Der Kader, der jetzt da ist, ist vom Stamm her das Maß aller Dinge«

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Christian Charisius / dpa

Hansi Flick sendet mit dem 26-köpfigen Kader für die anstehenden Nations-League-Spiele im Juni bereits deutliche Signale für die Weltmeisterschaft in Katar. In den Partien gegen Teams wie Europameister Italien und den EM-Finalisten England testet der Fußballbundestrainer keine Neulinge mehr, sondern setzt auf etablierte Spieler. Im Vergleich zu den März-Länderspielen kann Flick wieder auf Stammkräfte wie das Bayern-Quartett mit Niklas Süle, Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Serge Gnabry zählen. Auch Marco Reus, Karim Adeyemi, Jonas Hofmann, Lukas Klostermann und Torwart Oliver Baumann feiern ein Comeback im DFB-Team.

»Das ist kein endgültiger Kader für die WM. Die Tür ist offen«, sagte Flick am Donnerstag in einer Medienrunde. Der 57-Jährige betonte aber auch: »Der Kader, der jetzt da ist, ist vom Stamm her das Maß aller Dinge.« Das ist ein eindeutiger Hinweis an einige WM-Kandidaten.

Auch ein Frankfurter Matchwinner ist dabei

Im Aufgebot, das sich am Montag zunächst zu einem Kurztrainingslager mit Familienanschluss im spanischen Marbella trifft, fehlen Akteure wie die letztjährigen EM-Teilnehmer Matthias Ginter (Mönchengladbach) und Robin Gosens (Inter Mailand). Auch der Gladbacher Florian Neuhaus und der Freiburger Christian Günter wurden diesmal nicht eingeladen. Julian Draxler von Paris Saint-Germain ist aktuell verletzt.

»Ich verstehe jeden, der enttäuscht ist«, sagte Flick, »ich weiß, dass sie es als Ansporn nehmen.« Seine Nominierungskriterien? »Wir haben den Spielern ganz klar gesagt, was wir erwarten: dass sie Spielpraxis und Rhythmus haben, dass sie eine Entwicklung machen.«

Für den absprachegemäß im Sommer pausierenden Torwart Marc-André ter Stegen ist der Hoffenheimer Oliver Baumann neben Kapitän Manuel Neuer und dem Frankfurter Europa-League-Sieger Kevin Trapp dritter Keeper. Dem 31-jährigen Trapp bescheinigte Flick auch nach seiner starken Endspielleistung am Mittwochabend in Sevilla  gegen die Glasgow Rangers »eine herausragende Form« und eine sehr gute Entwicklung.

Frankfurts Kevin Trapp wehrt den Elfmeter von Aaron Ramsey im Europa-League-Finale gegen die Glasgow Rangers ab

Frankfurts Kevin Trapp wehrt den Elfmeter von Aaron Ramsey im Europa-League-Finale gegen die Glasgow Rangers ab

Foto: IMAGO/Ulrich Hufnagel

»Terodde ist schon ein Stürmer, der sehr viele Tore macht – jetzt in der zweiten Liga«

Flick lobte zudem Zweitliga-Torschützenkönig Simon Terodde für dessen herausragende Torquote beim Aufsteiger FC Schalke 04 und räumte ihm eine minimale Chance auf die Fußballnationalelf und eine WM-Teilnahme ein. Der 34 Jahre alte Terodde hatte gerade Länderspiele für Deutschland als einen persönlichen Traum bezeichnet und für Schalke 30 Saisontore erzielt.

»Simon Terodde ist schon ein Stürmer, der sehr viele Tore macht – jetzt in der zweiten Liga«, sagte Flick, und: »Wir werden jetzt sehen, wie es nächste Saison aussieht, ob er in der ersten Liga Tore erzielen kann.« Für ihn gelte, was für alle WM-Kandidaten gelte: »Wenn er auf einem Topniveau spielt – das ist die Bundesliga – und dort auch gut performt und seine Tore macht, sind alle Türen und Tore offen.«

Nach dem Trainingslager in Spanien (23. bis 27. Mai) gibt Flick seinem Kader zwei freie Tage. Am 30. Mai kommt die DFB-Auswahl dann in Herzogenaurach zusammen, um sich auf die vier Nations-League-Spiele in Bologna gegen Italien (4. Juni), in München gegen England (7. Juni), in Budapest gegen Ungarn (11. Juni) und in Mönchengladbach erneut gegen Italien (14. Juni) vorzubereiten. »Diese Spiele sind für uns eine tolle Chance, zu zeigen, wie weit wir sind«, sagte Flick mit Blick auf die am 21. November beginnende WM-Endrunde in Katar.

ngo/dpa/sid