BVB-Trainer auf der Tribüne Uefa sperrt Klopp auch für Arsenal-Spiel

Schlechte Nachricht für Jürgen Klopp: Der Trainer von Borussia Dortmund muss auch das Champions-League-Spiel des BVB beim FC Arsenal von der Tribüne aus verfolgen. Angenehmer verlief offenbar ein Gespräch des Coachs mit Bundestrainer Joachim Löw.

BVB-Trainer Klopp: Beim FC Arsenal erneut auf der Tribüne
AP/dpa

BVB-Trainer Klopp: Beim FC Arsenal erneut auf der Tribüne


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Hamburg - Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp muss noch ein weiteres Champions-League-Spiel als Tribünengast verfolgen. Die Disziplinarkommission der Europäischen Fußball-Union Uefa belegte ihn mit einer Sperre von insgesamt zwei Partien wegen der Vorfälle am ersten Spieltag, als der Coach in Neapel nach einem Wutanfall aus dem Innenraum verwiesen worden war.

Nachdem der BVB-Coach am Dienstag beim 3:0-Erfolg seiner Elf gegen Olympique Marseille bereits ein Spiel dieser Sperre abgesessen hat, darf er nun auch beim Auswärtsspiel der Borussia am 22. Oktober beim FC Arsenal in London seine Mannschaft nicht von der Bank aus coachen. Gegen diese Entscheidung kann Dortmund noch Einspruch eingelegen. Derzeit prüft der Club, ob er das auch tun wird.

Weit angenehmer als die Uefa-Mitteilung am Feiertag dürfte für Klopp einen Tag zuvor das Treffen mit Bundestrainer Joachim Löw gewesen sein. Beide wollten die atmosphärischen Störungen zwischen der Nationalmannschaft und dem BVB beseitigen. "Wir hatten ein sehr gutes Gespräch in entspannter Atmosphäre", sagte Klopp der "Bild"-Zeitung nach dem rund anderthalb Stunden dauernden Treffen auf dem Trainingsgelände der Dortmunder.

Auch Köpke beim Gespräch mit am Tisch

"Jogi Löw, Andreas Köpke und ich haben alle relevanten Themen besprochen", so Klopp weiter. Details über die Unterredung wurden nicht bekannt, allerdings dürfte klar sein, dass es sich um eine Aussprache gehandelt hat. Die Dortmunder Verantwortlichen hatten sich zuletzt über den Umgang von Löw mit BVB-Spielern beschwert. Sie sind davon überzeugt, ihre Profis würden beim DFB kritischer gesehen als die des FC Bayern München. "Wenn Fehler Namen kriegen, dann ist es nicht unwahrscheinlich, dass es ein Borussia-Dortmund-Spieler ist", hatte Klopp vor knapp drei Wochen kritisiert.

Der BVB-Coach bezog sich dabei auf die Diskussion um Verteidiger Mats Hummels nach dem Länderspiel gegen Paraguay im August sowie auf Aussagen von Löw zu Marcel Schmelzer vor dem WM-Qualifikationsspiel in Irland im vergangenen Oktober.

Löw kündigte daraufhin ein Gespräch mit Klopp an, sagte aber auch, generell müsse ein Trainer das Recht haben, "die Dinge anzusprechen, die ihm nicht gefallen". "Nur so können wir uns verbessern". Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff stellte klar: "Von unserer Seite gibt es keinerlei Vorbehalte gegenüber den Spielern aus Dortmund oder auch anderen Vereinen. Bei uns werden alle Spieler gleich behandelt."

Dass Torwarttrainer Köpke bei dem Gespräch dabei war, spricht dafür, dass auch Dortmunds Roman Weidenfeller Thema gewesen ist. Zuletzt hatte es immer wieder Diskussionen um eine mögliche Nominierung des Keepers gegeben. Offen ist, ob Löw ihn am Freitag in sein Aufgebot für die abschließenden WM-Qualifikationsspiele gegen Irland (11. Oktober) und Schweden (15. Oktober) beruft.

Bayerns Torwart Manuel Neuer ist als Nummer eins bei Löw gesetzt. Die derzeit unumstrittene Nummer zwei ist René Adler, der beim Hamburger SV teils herausragende Leistungen zeigt. Dahinter folgen Marc-André ter Stegen (Borussia Mönchengladbach), Ron-Robert Zieler (Hannover) und eben Weidenfeller. Gegen eine Nominierung des BVB-Keepers spricht sein Alter (33), da Weidenfellers Konkurrenten deutlich jünger sind und auch über die WM 2014 hinaus eine Rolle beim DFB spielen werden.

ham/sid/dpa

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PH-sauer 03.10.2013
1. Kult: Kloppos böser Blick
Es war geradezu der Perfekte Moment, um einen Schnappschuss, von diesem durchaus verständlichen Ausraster zu machen, um diesen Gesichtsausdruck im Rahmen der BVB-Vermarktung auf T-Shirts zu drucken. Wenn der BVB clever ist, macht der das. Wenn jemand den ersten Preis für "böses Gucken" verdient hat, dann Herr Klopp! Und die UEFA tut mal gut dran darüber nachzudenken, wie man etwas übertreiben kann!
Observer 03.10.2013
2. BVB schafft das
auch mit dem Trainer in den Rängen. Ein Kloppi auf den Rängen ist immer noch besser als ein Jogi auf der Trainerbank.
dr.joe.66 03.10.2013
3. Andi-Möller-Syndrom
Mal abgesehen davon, dass ich die Sperre von 2 Spielen berechtigt finde, habe ich das Gefühl, die Dortmunder leiden unter einem Andi-Möller-Syndrom. "Die anderen sind immer so böse zu uns. Wir vom BVB sind ja so arme Würstchen. Schluchz..." Also mal ehrlich: Warum stellt sich der Hummels nicht einfach hin und sagt: Das war ein Sch**ß-Spiel von mir, jetzt spielt halt Boateng. Jetzt muss ich eben im Verein wieder gute Leistungen zeigen. Diese Rum-Heulerei ist echt lächerlich!
bloßmolwassage 03.10.2013
4. Bei
Zitat von sysopAP/dpaFriedensgipfel mit dem Bundestrainer und eine schlechte Nachricht von der Uefa: BVB-Trainer Jürgen Klopp hat sich mit Joachim Löw über die Dortmunder Nationalspieler ausgetauscht. Es sei ein "sehr gutes Gespräch" gewesen. Für das nächste Champions-League-Spiel gegen Arsenal ist er auch gesperrt. http://www.spiegel.de/sport/fussball/nationalmannschaft-joachim-loew-und-juergen-klopp-sprechen-sich-aus-a-925942.html
der Beurteilung dieser Sperre durch die UEFA sollte man die Vereinsbrille mal abnehmen und diesen Fall als neutraler Fussbalfan betrachten. Nach meiner Meinung reine Willkür der UEFA. Wie wäre diese Sache wohl ausgegangen, hätten alle vier deutschen Vereine gestern, bzw. vorgestern verloren? Und nein, ich bin kein Fan eines der beteiligten Vereine.
frank_w._abagnale 03.10.2013
5. Wer nicht hören will, muss fühlen.
Richtig und konsequent. Klopp muss endlich diszipliniert werden. Wer nicht hören will, muss fühlen.
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