Nationalmannschaft Kapitän Bierhoff zeigt Verständnis für Jeremies

Der für seine Diplomatie bekannte Oliver Bierhoff hat im Nationalmannschafts-Streit zwischen Jens Jeremies und Erich Ribbeck seinem Teamkollegen zumindest nicht Unrecht gegeben: "Ich sehe das als nicht so schlimm an."


Berlin - In einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" hat Kapitän Oliver Bierhoff am Mittwoch auch Position im Fall seines Nationalmannschaftskollegen Jens Jeremies bezogen. Jeremies hatte zu Wochenbeginn herbe Kritik am Zustand der DFB-Auswahl geübt, ihm war daraufhin von DFB-Teamchef Ribbeck mit Rauswurf gedroht worden.

"Ich glaube, der Trainer hat genügend Erfahrung, um mit solchen Situationen umgehen zu können. Wichtig ist, dass man eine Linie hat. Die muss er jetzt gehen, wie auch immer", sagte Bierhoff. Jeremies sei auf seine Art recht direkt und offen. "Ich sehe das nicht als so schlimm an, habe aber so direkt jetzt nicht damit gerechnet." Der Aussage von Jeremies, der in den letzten fünf Jahren keine Fortschritte im Spiel der deutschen Auswahl festgestellt habe, pflichtet Bierhoff größtenteils bei: "Letztendlich war das Bild der letzten fünf Jahre, wenn nicht allzu großer Druck da war, eher flau. Aber dann, wenn es darauf ankam, waren wir doch da."

In dem Zeitungsinterview forderte Bierhoff Erich Ribbeck darüber hinaus auf, möglichst bald die personellen Weichen in der Nationalmannschaft hinsichtlich der Euro 2000 zu stellen. "Ich glaube, es ist wichtig, mit einem gewissen Spielergerüst in die EM zu gehen. Irgendwann muss man sich dafür entscheiden. Ich glaube, es ist ratsam, jetzt zu sagen: Okay, ein gewisses Gerüst der ersten Elf, und seien es sechs, sieben Spieler - dafür versuche ich mich zu entscheiden", erklärte der 31 Jahre alte Torjäger des AC Mailand. Bierhoff monierte, dass die ständigen Wechsel für Unruhe sorgen würden.



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