SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

30. September 2013, 10:24 Uhr

Nationalmannschafts-Verteidiger Hummels

"Beim DFB sieht man Kritik nicht gern"

Er liebt das risikoreiche Spiel und vertritt gerne seine Meinung: Mats Hummels glaubt, dass er dadurch in der Nationalmannschaft aneckt. Für sein Standing im Team müsse der BVB-Verteidiger "mehr tun als andere". An seine Chance, bei der WM in Brasilien zu spielen, glaubt er dennoch.

Hamburg - Mats Hummels fühlt sich im Kampf um seinen Stammplatz in der DFB-Auswahl für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien benachteiligt. "Ich glaube schon, dass ich mir mein Standing härter erarbeiten muss als andere", sagte der Innenverteidiger von Borussia Dortmund dem "Kicker".

Den Weg in die Nationalmannschaft beschreibt er als schwierig: Trotz guter Leistungen habe er auch auf seine erste Nominierung für die DFB-Auswahl lange warten müssen. "So kommt es, dass das Vertrauen, das ich im Verein spüre, in der Nationalmannschaft nicht immer so gegeben ist", sagte der 24-Jährige.

Hummels gilt als Spieler, der seine Meinung auch offensiv vertritt. Er glaubt, dass er damit manchmal in der Nationalmannschaft aneckt: "Beim DFB sieht man Kritik nicht gern." An große Kontroversen könne er sich jedoch nicht erinnern. Grundsätzliche Probleme mit Bundestrainer Joachim Löw sieht Hummels deshalb nicht.

"Unser Verhältnis ist völlig in Ordnung", sagte er und fügte an: "Die Kommunikation ist sehr gut und angenehm." Hummels galt nach dem 3:3 gegen Paraguay im August als Verantwortlicher für zwei Gegentore - und musste seinen Platz bei den WM-Qualifikationsspielen gegen Österreich (3:0) und die Färöer (3:0) für den Münchner Jérôme Boateng räumen.

Später hatte sein Club-Coach Jürgen Klopp fehlende Rückendeckung durch Löw moniert: "Wenn Fehler Namen kriegen, dann ist es nicht unwahrscheinlich, dass es ein Borussia-Dortmund-Spieler ist", hatte der BVB-Trainer gesagt. Löw kündigte daraufhin ein Gespräch mit Klopp an.

Die Abwehr gilt in der Nationalmannschaft schon lange als Baustelle. Besonders die vielen Gegentore hatten zuletzt für Kritik gesorgt. Dennoch spielt Löw mit dem Gedanken, seinen derzeit sichersten Abwehrspieler, Kapitän Philipp Lahm, von der Außenspur in die Mittelfeld-Zentrale zu ziehen. In der Innenverteidigung kann neben Hummels (25 Länderspiele), Boateng (32) und dem derzeit gesetzten Per Mertesacker (93), theoretisch auch Benedikt Höwedes spielen. Holger Badstuber (30) fehlt zudem noch verletzt.

Bei den im Oktober bevorstehenden Partien gegen Irland am 11. Oktober und vier Tage später in Schweden rechnet Hummels erneut mit einem Platz auf der Bank. "Es wäre keine große Überraschung für mich, wenn der Bundestrainer die Abwehr so wie zuletzt aufstellt", sagte Hummels. Bis zum kommenden Sommer soll sich das aber wieder ändern. "Bei der WM soll es für ihn keine andere Option als mich geben."

bka/dpa

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung