WM-Qualifikation Verliebter Özil möglicherweise im Sturm

Mesut Özil zaubert für seinen neuen Club Arsenal, in der Nationalmannschaft könnte er gegen Irland im Angriff auflaufen. Das DFB-Trainerteam muss auf mehrere verletzungsbedingte Absagen reagieren. An einem Sieg besteht hingegen kein Zweifel.


SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Mesut Özil wunderte sich selbst. "Ich dachte, wir reden erstmal über die Nationalmannschaft", sagte der Mittelfeldstar bei der Pressekonferenz vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Irland am Freitag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE, TV: ARD). Deutschland kann sich am vorletzten Spieltag vorzeitig für das Turnier in Brasilien im kommenden Jahr qualifizieren. Dennoch drehten sich fast alle Fragen der Journalisten um Özil und seinen neuen Club, den FC Arsenal.

Anfang September hatten die Londoner rund 50 Millionen Euro für den 24-Jährigen bezahlt - so viel hatte zuvor kein deutscher Fußballer gekostet. Er fühle sich sehr wohl bei Arsenal, sagte Özil, in London habe er sich mittlerweile verliebt. Zur Kritik an seiner Person von seinem Ex-Club Real Madrid wollte er sich nicht äußern. "Man sieht, wie viele Spiele ich in den vergangenen Jahren gemacht habe", so Özil. Real-Präsident Florentino Perez soll behauptet haben, der Deutsche schlafe kaum und damit impliziert, dies liege an einem wenig professionellen Lebenswandel.

Um Irland ging es dann aber auch noch. Hansi Flick, Co-Trainer von Bundestrainer Joachim Löw, sagte, die Aufstellung gegen die Iren stehe schon weitgehend fest. "Zwei bis drei Positionen" seien laut Flick für die Partie am Freitag in Köln jedoch noch offen, "die Überlegungen zur Taktik sind noch nicht abgeschlossen".

Draxler und Schürrle kämpfen um Startelf

Nach den verletzungsbedingten Absagen der Stürmer Miroslav Klose und Mario Gomez geht es vor allem um die Besetzung im Angriff. Max Kruse ist eine Option, ebenso wie Thomas Müller, der zuletzt für die Bayern erfolgreich als Stürmer auflief. Auch eine Variante ohne klassischen Angreifer ist denkbar, dabei würde Özil wohl in die Spitze rücken. Sollte letztere Variante gewählt werden, würde wiederum ein Platz im Mittelfeld frei. Nach dem Abschlusstraining am Donnerstagabend soll die Startformation laut Flick dann fixiert werden.

Wegen des Fehlens der ebenfalls verletzten Ilkay Gündogan, Marcel Schmelzer, Lukas Podolski, Marco Reus sowie der Bender-Brüder Sven und Lars muss Bundestrainer Löw neben der Stürmer-Frage noch zwei weitere Positionen neu besetzen. In der Abwehr ersetzt wohl Marcell Jansen hinten links den Dortmunder Schmelzer. Im Mittelfeld könnten Julian Draxler oder André Schürrle für Reus über die linke Seite kommen.

An einem Sieg besteht beim DFB-Tross indes kein Zweifel. "Wir können so selbstbewusst sein, dass es an uns liegt, wie das Spiel ausgeht. Wir müssen schnell für klare Verhältnisse sorgen", sagte Sami Khedira. Auch ein Remis in Köln würde Deutschland schon zum Gruppensieg reichen.

Deutschland - Irland (20.45 Uhr in Köln)
Die voraussichtlichen Aufstellungen
Deutschland: Neuer - Lahm, Mertesacker, Boateng, Jansen - Schweinsteiger, Khedira - Müller, Özil, Draxler (Schürrle) - Kruse
Irland: Forde - Coleman, St. Ledger, Clark, Wilson - Gibson, McCarthy - McGeady, Doyle, McClean - Keane

max

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Seite 1
widower+2 10.10.2013
1. Niemals!
Özil in die vorderste Postion zu stellen, auf die Idee wird selbst Löw nicht kommen. Wenn Özil keinen Mitspieler mehr vor sich hat, wen soll er dann anspielen? Es wird wohl auf eine von Müller gespielte "falsche Neun" hinaus laufen. Aber Özil in der vordersten Position? Der Sachverstand des Autoren ist wahrlich unvergleichlich!
benedetto089 10.10.2013
2. optional
Wo nehmen die hier schreibenden Journalisten eigentlich ihre Informationen her? Löw hat sich doch gestern eindeutig geäußert, dass er Müller rechts wesentlich stärker einschätzt als als Mittelstürmer. Auch Özil als Mittelstürmer/ falsche 9 ist doch nur eine Erfindung. Gabs noch nie und stand auch nie zur Debatte. Genauso wie diese seltsame Phantomdiskussion ob Lahm jetzt in der Nationalmannschaft auf der 6 oder rechts spielt. Manchmal hat man echt das Gefühl, dass Sportjournalisten einfach irgendwas schreiben um halt etwas geschrieben zu haben. Pünktlich im Mai 2014 gibts dann die nächste Torwartdebatte.
lock_vogell 10.10.2013
3. es kam...
... ja noch nie vor, dass löw ohne echten stürmer gespielt hat, daher ist eine aufstellung mit özil oder müller als nominellen "stürmer" sehr wohl denkbar, da löw das "spanische" system eh sehr bewundert die im übrigen auch schon häufiger ohne echten stürmer gespielt haben... man sollte sich erst informieren und dann klugscheißen... -_-
widower+2 10.10.2013
4. Meinen Sie mich?
Zitat von lock_vogell... ja noch nie vor, dass löw ohne echten stürmer gespielt hat, daher ist eine aufstellung mit özil oder müller als nominellen "stürmer" sehr wohl denkbar, da löw das "spanische" system eh sehr bewundert die im übrigen auch schon häufiger ohne echten stürmer gespielt haben... man sollte sich erst informieren und dann klugscheißen... -_-
Wenn Löw das "spanische System" mit einer "falschen Neun" spielen lässt, dann wird gewiss nicht Özil diese Position ausfüllen. Die Kandidaten dafür wären (von aktuellen Verletzungen abgesehen) Müller, Reus oder Götze; aber niemals Özil! Oder meinen Sie, del Bosque würde Iniesta als falsche Neun aufbieten?
ritterchen 10.10.2013
5. Warum denn nicht?
Zitat von widower+2Özil in die vorderste Postion zu stellen, auf die Idee wird selbst Löw nicht kommen. Wenn Özil keinen Mitspieler mehr vor sich hat, wen soll er dann anspielen? Es wird wohl auf eine von Müller gespielte "falsche Neun" hinaus laufen. Aber Özil in der vordersten Position? Der Sachverstand des Autoren ist wahrlich unvergleichlich!
Özil hat das ja bereits praktiziert, sowohl bei Real neben CR7 (gegen Barcelona) als auch in der deutschen U21 neben Dejagah und sogar bereits in der Nationalmannshaft gegen Frankreich, dort allerdings lediglich dreißig Minuten lang. Es ist keine Frage des Sachverstandes des Autors, natürlich wird Löw das gedanklich zumindest bereits durchgegangen sein. Es ist eher die Frage, ob Özil im Mittelfeld verzichtbat ist. Die Frage wird Löw wohl eher bereits mit "nein" beantwortet haben, weil er weiß, dass ein solcher Spielmacher wie Özil einer ist, unbezahlbar ist. Folglich wird er wohl, da gebe ich Ihnen recht, Müller zunächst mal auf diese Position stellen. Was aber völlig wurschd ist, genauso gut könnten das Schürrle, Götze, Kruse oder eben auch Özil machen. Denn wie der Name "falsche Neun" ja sagt, der betreffende Spieler wird nicht in der Spitze verweilen, kann seinen Aufgaben im Mittelfeld also durchaus nachkommen. Weshalb Ihre Sorge, wen dann Özil anspielen soll, völlig unbegründet ist: einen der dreien, die dann für ihn einlaufen, wenn er selbst in der Passsituation ist.
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