Nationalmannschaft Schweinsteiger ein Spiel gesperrt, Podolski verletzt

Vor dem entscheidenden EM-Duell mit Österreich quälen Joachim Löw Personalsorgen: Mittelfeldspieler Schweinsteiger ist für seine Unsportlichkeit im Spiel gegen Kroatien für ein Spiel gesperrt. Und auch der Einsatz von Lukas Podolski, Philipp Lahm und Marcell Jansen ist fraglich.


Hamburg - Nationalspieler Bastian Schweinsteiger ist von der Europäischen Fußball-Union (Uefa) nach seiner Roten Karte im zweiten EM-Vorrundenspiel gegen Kroatien (1:2) am Donnerstag für ein Spiel gesperrt worden. Dies gab DFB-Mediendirektor Harald Stenger am Freitag auf einer Pressekonferenz in Tenero bekannt.

Sünder Schweinsteiger: Milde Strafe trotz unhöflicher Geste
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Sünder Schweinsteiger: Milde Strafe trotz unhöflicher Geste

Damit fehlt der Bayern-Spieler der deutschen Mannschaft im letzten EM-Vorrundenspiel am Montag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) in Wien gegen Österreich. Offenbar war das Wegschubsen des Gegenspielers durch Schweinsteiger als unsportliches Verhalten und nicht als Tätlichkeit bewertet worden.

Schweinsteiger hatte sich einen Tag nach seinem Platzverweis zu Wort gemeldet und sich öffentlich für seine Unbeherrschtheit gegen den Kroaten Jerko Leko in der Nachspielzeit entschuldigt und gerechtfertigt.

"Der Platzverweis ist natürlich frustrierend. Aber ich habe nach dem Tritt von hinten in meinen ohnehin schon lädierten Knöchel einen stechenden Schmerz verspürt und dann falsch reagiert", ließ der Mittelfeldspieler am Freitagvormittag mitteilen. Nach der Unsportlichkeit sei er zudem von der kroatischen Bank aus mit bösen Sprüchen provoziert worden, deshalb habe er in Richtung des Gegners noch einen Vogel gezeigt. "Es war eine Unsportlichkeit, er hat sich provozieren lassen. Damit hat er nicht nur sich selbst, sondern auch der Mannschaft geschadet. Er hat uns allen keinen Dienst erwiesen", kommentierte Bundestrainer Joachim Löw die Unbeherrschtheit Schweinsteigers. Gleichzeitig lobte er den 23-Jährigen: "Seine Leistung war nach seiner Einwechslung ansprechend. Er hat viel Bewegung ins Spiel gebracht."

Die Niederlage gegen Kroatien bezeichnete Löw als "gerechtfertigt" und räumte ein, dass "ein Großteil der Spieler unter seinen Möglichkeiten" gespielt und das Team nicht sein "wahres Gesicht gezeigt" habe. Die Einwechslungen hätten zudem "nicht so funktioniert, wie wir das erhofft haben". Nicht nur deshalb werde "auch das Trainerteam sein Verhalten zum Spiel hinterfragen". Einschätzungen von Michael Ballack und Miroslav Klose, die nach der Niederlage auf Nachfragen von Journalisten gesagt hatten, die DFB-Elf sei überheblich aufgetreten, teilte Löw nicht: "Dass wir überheblich ins Spiel gegangen sind, der Meinung bin ich nicht."

Mit Blick auf die entscheidende Partie gegen Österreich hat Löw Veränderungen in der Startelf angekündigt: "Es gibt Überlegungen, dass wir auf der einen oder anderen Position etwas ändern werden. Und müssen", sagte er. Demnach sind Philipp Lahm, Lukas Podolski und Marcell Jansen verletzt. "Podolski hat eine Kapselverletzung im Sprunggelenk, er konnte heute morgen nicht einmal laufen."

Ungeachtet dessen glaubt der Coach nicht an ein Scheitern in der Gruppenphase: "Wir werden nicht ausscheiden, wir sind stark genug, um die Punkte zu holen für das Viertelfinale." Gegen Österreich versprach Löw eine andere Einstellung der deutschen Elf, die Mannschaft sei sich der anstehenden Aufgabe bewusst - vor allem mit Blick auf die Bedeutung des Spiels für den Gastgeber. "Wir brauchen läuferisch und kämpferisch eine hundertprozentige Einstellung der Spieler", forderte er. "Wir wissen, dass die Österreicher um ihr Leben rennen werden. Unsere Mannschaft wird am Montag absolut dagegen halten und anders auftreten", sagte Löw.

chp/sid/AP



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