Nations League 30.000 ungarische Fans kommen zum Geisterspiel – und buhen kniende Engländer aus

Wegen diskriminierenden Verhaltens seiner Fans bei der EM wurde Ungarn zu Geisterspielen verdonnert. Durch einen Regelkniff durften dennoch 30.000 Fans ins Stadion – und sorgten für den nächsten kleinen Eklat.
Kniende englischer Spieler vor dem Anpfiff

Kniende englischer Spieler vor dem Anpfiff

Foto: Nick Potts / dpa

Trotz des Zuschauerverbots wegen diskriminierenden Verhaltens seiner Fans waren die Tribünen beim 1:0-Heimsieg der ungarischen Fußball-Nationalmannschaft in der Nations League gegen England gut gefüllt. Bei der Partie in der deutschen Gruppe befanden sich am frühen Samstagabend zahlreiche Zuschauer in der Puskás Aréna in Budapest. Gemäß der Regularien der Europäischen Fußball-Union UEFA dürfen bei Spielen unter Ausschluss der Öffentlichkeit Kinder bis zum Alter von 14 Jahren ins Stadion, wenn sie eingeladen und von einem Erwachsenen begleitet werden. Rund 30.000 Zuschauer – darunter hauptsächlich Schulkinder – waren gekommen.

Als das englische Team wie gewohnt kurz vor Anpfiff als Zeichen gegen Rassismus auf die Knie ging, waren im Stadion Buh-Rufe zu hören. Wegen diskriminierenden Verhaltens seiner Fans bei den EM-Spielen gegen Portugal, Frankreich und Deutschland war Ungarns Nationalteam zu zwei UEFA-Heimpflichtspielen ohne Zuschauer verurteilt worden. Für eine dritte Partie gilt eine Bewährung von zwei Jahren.

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Vor dem Spiel hatte Englands Trainer Gareth Southgate noch gehofft, dass die anwesenden Zuschauer eine »größere Botschaft« aus dem Spiel mitnehmen werden. Er sagte laut dem Online-Portal »The Athletic« gegenüber Channel 4: »Wir haben gezeigt, wie wir zu diesen Themen stehen in Bezug auf Rassismus und wie inakzeptabel es ist. Hoffentlich werden die jungen Leute im Stadion erkennen, warum sich diese Gelegenheit ergeben hat, und in gewisser Weise wird dies vielleicht Teil der Bildung für die nächste Generation sein.«

In einem lange ereignisarmen Spiel setzten sich dann die Ungarn mit 1:0 durch. England hatte mehr vom Spiel, die mit vielen Bundesliga-Spielern bestückte ungarische Auswahl hingegen die gefährlicheren Chancen. Einen fragwürdigen Foulelfmeter verwandelte Dominik Szoboszlai von DFB-Pokalsieger RB Leipzig schließlich zur Führung für den Außenseiter, der durch den früheren Bremer Laszlo Kleinheisler sogar noch hätte nachlegen können (81.).

kjo/dpa
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