Nations League Deutschland verspielt Sieg gegen Spanien in der Nachspielzeit

Gegen Spanien agierte die deutsche Nationalmannschaft zunächst nervös. Gefährlich wurde sie größtenteils durch die Strategen. Debütant Robin Gosens bereitete die Führung vor - und hob vor dem Ausgleich das Abseits auf.
Die deutschen Verteidiger sind sich einig, während José Gayà zum Jubel abdreht

Die deutschen Verteidiger sind sich einig, während José Gayà zum Jubel abdreht

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THOMAS KIENZLE / AFP

Die deutsche Fußballnationalmannschaft hat einen Sieg im Auftaktspiel der Nations-League-Saison in der Nachspielzeit verpasst. Im ersten Spiel nach der langen Corona-Pause spielte das Team von Bundestrainer Joachim Löw 1:1 (0:0). Dabei führte Deutschland durch einen Treffer von Timo Werner (51. Minute) lange, José Gayà erzielte in der sechsten Minute der Nachspielzeit den Ausgleich.

Vor dem ersten Spiel seit fast zehn Monaten hatte Löw ein frühes Pressing seines Teams angekündigt. Große Probleme hatten die spielstarken Spanier damit aber nicht. Wenn Deutschland gefährlich wurde, dann über tiefe Flugbälle aus dem Mittelfeld: Zweimal suchte Kapitän Toni Kroos mit einem solchen Pass aus dem linken Halbfeld den aufgerückten Außenverteidiger Thilo Kehrer: David De Gea parierte sowohl einen Kopfball von Kehrer (11.) als auch einen Schuss von Sané, der nach einem Kopfballduell zwischen Kehrer und José Gayà an der rechten Strafraumkante frei zum Abschluss gekommen war (18.).

Nervöser Aufbau von Deutschland

Deutschland agierte wie in der Prä-Corona-Zeit mit einer Dreierkette, Emre Can rückte dafür in die Innenverteidigung. Vor allem im Aufbau wirkte Deutschland jedoch nervös, Torhüter Kevin Trapp und Can brachten ihre Mitspieler in der ersten Hälfte immer wieder durch ungenaue Zuspiele in Bedrängnis: Ein verunglückter Rückpass Cans von der Mittellinie erlief Rodrigo, der zunächst an Trapp vorbeiging, dann aber vom deutschen Torhüter abgegrätscht wurde (14.). Nach einem Missverständnis zwischen Can und Gündogan scheiterte erneut Rodrigo aus kurzer Distanz an einer Fußabwehr von Trapp (45.+1).

Auch in der zweiten Hälfte wurde Deutschland zumeist durch Diagonalbälle aus dem Mittelfeld gefährlich. Diesmal schickte Ilkay Gündogan den Debütanten Robin Gosens während eines Konters auf den linken Flügel, der den Ball flach in die Mitte spielte. Sané ließ für Werner durchlaufen, der sich den Ball auf den starken rechten Fuß legte und in die linke Ecke traf (51.).

Erst stabilisiert, dann passiv

Taktisch präsentierten sich beide Teams bis dato diszipliniert. Mit zunehmender Spieldauer wurden die Lücken in den jeweiligen Defensivreihen jedoch offensichtlicher, die Chancen mehr. Werner traf aus spitzem Winkel nur das Außennetz (61.), Trapp parierte gegen den durchgebrochenen Fabián (64.).

Nach einer Ecke scheiterte Niklas Süle zudem mit einem Kopfball am starken De Gea und verpasste die Vorentscheidung (78.). Zuvor hatte Löw mit Matthias Ginter einen Innenverteidiger für Sané gebracht (63.), den Sturm zum Teil aufgelöst und dadurch zunächst die Defensive stabilisiert. In der Schlussphase ließ sich die deutsche Defensive jedoch immer tiefer in die eigene Hälfte drücken.

In der Nachspielzeit eilte mit Pau Torres, Sergio Ramos und Gayà der Großteil der spanischen Defensive nach vorn. Weil Gosens nach einer missglückten Grätsche gegen den flankenden Ferrán Torres an der Torauslinie das Abseits aufhob, schoss Gayà aus kurzer Distanz doch noch zum Ausgleich ein (90.+6).

hba
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