Nations League gegen England 2:0, 2:3, 3:3 – Havertz rettet DFB-Elf vor Pleite in Wembley

Sechs Tore, zwei Aussetzer von Harry Maguire, zwei Treffer von Kai Havertz: Die zweite Hälfte im Nations-League-Duell zwischen Deutschland und England hatte es in sich. Dabei schenkte die DFB-Elf einen klaren Vorsprung her.
Kai Havertz traf doppelt

Kai Havertz traf doppelt

Foto: IMAGO/Matthias Koch

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat zum Abschluss der Nations League ein Erfolgserlebnis verpasst, zumindest aber eine Niederlage verhindert. Im Londoner Wembley-Stadion gegen England rettete die DFB-Elf ein 3:3 (0:0).

Zwischenzeitlich stand dabei eine 2:0-Führung zu Buche, begünstigt durch mehrere Aussetzer von Englands Abwehrchef Harry Maguire, der erst einen Fehlpass spielte, um dann Jamal Musiala im Strafraum per Foul von den Beinen zu holen. Den fälligen Foulelfmeter versenkte İlkay Gündoğan (52. Minute). Auch vor Kai Havertz' erstem Tor, einem Schlenzer aus der Distanz (67.), verlor Maguire den Ball.

Luke Shaw (72.), Mason Mount (75.) und Harry Kane (83.), der einen Foulelfmeter verwandelte, drehten das Spiel in nur elf Minuten. Die Pleite verhinderte Havertz, dem per Abstauber sein zweites Tor gelang (87.).

Im Vergleich zur 0:1-Niederlage gegen Ungarn am Freitag tauschte Bundestrainer Hansi Flick gleich auf vier Positionen: Nico Schlotterbeck rückte für den nach einer Gelbsperre bereits vom DFB-Team abgereisten Antonio Rüdiger links in die Innenverteidigung. Thilo Kehrer übernahm die rechte Außenverteidigerposition von Jonas Hofmann, der nach dem missglückten Experiment in defensiverer Rolle rechts vorn den Platz des formschwachen Serge Gnabry einnahm.

Havertz ersetzte Timo Werner im Sturmzentrum, dahinter erhielt anstelle von Thomas Müller sein Bayern-Kollege Jamal Musiala die Chance, sich gegen den Verband zu beweisen, den er als Jugendspieler lange vertreten hatte.

Eine Leistungssteigerung aber konnten die Umstellungen nicht herbeiführen. Zwar näherte sich İlkay Gündoğan nach einem Patzer von Englands Torwart Nick Pope mit einem Versuch aus der Distanz an (17.), eigene spielerische Akzente aber blieben rar auf Seiten der deutschen Mannschaft.

Die großen Gelegenheiten hatten die Engländer: Nach einem Steilpass von Luke Shaw ließ Raheem Sterling seinen Gegenspieler Schlotterbeck mit einem Haken aussteigen, scheiterte mit seinem Abschluss aber am stark parierenden Marc-André ter Stegen (25.). Harry Kane verfehlte anschließend nur knapp den langen Pfosten mit einem Volleyschuss (27.), kurz vor der Pause fand erneut Sterling in ter Stegen seinen Meister (44.). Den einzigen Grund zur Sorge auf Seiten der Engländer lieferte Verteidiger John Stones, der verletzungsbedingt für Kyle Walker weichen musste (37.).

Maguire erlebt schwarzen Tag

Nach der Pause änderte sich die Spieldynamik zunächst – weil England Fehler machte. Nach Maguires Ballverlust und Tritt gegen Musiala blieb die Pfeife von Referee Danny Makkelie zunächst stumm, die Ansicht der Videobilder bestätigte dann einen unumstrittenen Elfmeter. Gündoğan verwandelte platziert rechts unten (52.). Der zur Pause für Hofmann eingewechselte Werner schoss nach Vorarbeit von Musiala knapp am langen Pfosten vorbei (62.), dann brachte erneut Maguire das deutsche 2:0 auf den Weg. Aufgerückt ließ sich Maguire den Ball von Musiala abnehmen, die deutsche Mannschaft überbrückte das Mittelfeld schnell, Havertz zirkelte den Ball von jenseits des Strafraums sehenswert ins Tor (67.).

Entschieden war das Spiel damit allerdings nicht. Erst brachte Shaw, am zweiten Pfosten bei einer Flanke allein gelassen, die »Three Lions« wieder heran (72.), dann gelang dem eingewechselten Mason Mount mit einem starken Abschluss der Ausgleich (75.). Kane profitierte schließlich von einem Missgeschick Schlotterbecks, der seinen BVB-Teamkollegen Jude Bellingham von den Beinen holte. Den Strafstoß schoss Kane wuchtig ins Tor (83.).

Das letzte Tor des Spiels aber gehörte den Deutschen: Joker Gnabry prüfte Pope aus der zweiten Reihe. Der konnte den Ball nicht festhalten, Havertz traf aus kurzer Distanz zum Ausgleich (87.). Bei der Punkteteilung blieb es. Der Abstieg der Engländer aus der A-Liga der Nations League stand schon vor der Partie fest. Die DFB-Elf verpassten es, mit dem letzten Pflichtspiel vor der WM in Katar zurück in die Erfolgsspur zu kommen. Der letzte Test vor dem Turnier findet am 16. November gegen Oman statt.

cev
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