Nations League Zwei Abwehrfehler in der Verlängerung - Niederlande stehen im Finale

Das Halbfinale zwischen den Niederlanden und England war geprägt von individuellen Fehlern auf beiden Seiten. Das schönste Tor fiel per Kopf nach einem Eckball.

Matthijs de Ligt zeigte gegen England einerseits seine fehlende Erfahrung, andererseits sein immenses Talent
HUGO DELGADO/EPA-EFE/REX

Matthijs de Ligt zeigte gegen England einerseits seine fehlende Erfahrung, andererseits sein immenses Talent


Die Niederlande stehen im Finale der Nations League, nachdem sie das Halbfinale gegen England 3:1 (0:1) in der Verlängerung gewonnen haben. Im Finale wartet Portugal, das dank eines Hattricks von Cristiano Ronaldo die Schweiz besiegt hatte. Das Endspiel findet am Sonntag (20.45 Uhr; Stream: DAZN) statt. Um 15 Uhr machen England und die Schweiz Platz drei unter sich aus.

Matthijs de Ligt, der Ajax Amsterdam als Kapitän und Abwehrchef bis ins Halbfinale der Champions League geführt hatte, verschuldete das erste Tor der Begegnung. Ein einfacher Rückpass versprang dem 19 Jahre alten Innenverteidiger um einige Meter, Marcus Rashford war zuerst am Ball und wurde vom grätschenden de Ligt am Fuß getroffen. Schiedsrichter Clément Turpin entschied auf Elfmeter, Rashford verwandelte selbst (32. Minute).

Kurz darauf hätte der 21 Jahre alte Stürmer von Manchester United beinahe sein zweites Tor erzielt, Denzel Dumfries blockte seinen Schuss aber im letzten Moment (37.). Zuvor hatte Jadon Sancho zunächst de Ligt getunnelt und dann einen sehenswerten Pass durch die Mitte zu Rashford gespielt.

De Ligt macht seinen Fehler wieder gut

Dennoch erhöhte England im zweiten Durchgang fast auf 2:0, als Sancho nach einem Eckball aus rund fünf Metern frei zum Kopfball kam, diesen aber nicht platzieren konnte, sodass Torhüter Jasper Cillessen keine Probleme hatte (54.). Im direkten Gegenzug ging England-Verteidiger Kyle Walker als letzter Mann ins Dribbling gegen Memphis, verlor den Ball und hatte Glück, dass Memphis überstürzt den Abschluss suchte und den Patzer nicht bestrafte (57.).

Auch am zweiten Tor des Spiels war de Ligt beteiligt, diesmal aber in der Offensive. Mit einem wuchtigen Kopfball glich der Innenverteidiger nach einer Ecke von Memphis aus (72.).

Matthijs de Ligt köpft das 1:1 gegen England
Rafael Marchante / REUTERS

Matthijs de Ligt köpft das 1:1 gegen England

Die Schlussphase der regulären Spielzeit gehörte ganz und gar dem Schiedsrichter und seinem Videoassistenten: Erst traf der eingewechselte Jesse Lingard zum vermeintlichen 2:1 für England, zuvor hatte er sich aber im Abseits befunden (85.). Dann stand nach einem Schuss von Bergwijn auf der anderen Seite ein möglicher Handelfmeter im Raum, der aber nicht gegeben wurde (87.).

In der Verlängerung drehten die Niederländer das Spiel mit einem kuriosen Tor. Bei einer Drehung im eigenen Strafraum verlor der englische Innenverteidiger John Stones den Ball an Memphis, der sofort abschloss. Torhüter Jordan Pickford zeigte einen starken Reflexe, konnte den Treffer beim Nachschuss aber nicht mehr verhindern. Quincy Promes war als erstes zur Stelle und hatte Glück: Von seiner Fußspitze prallte die Kugel an Walkers Schienbein ab und ins Tor (97.). Der Treffer wurde als Eigentor gewertet. Nach einem Fehlpass von Ross Barkley im eigenen Strafraum entschied Promes schließlich die Partie (114.).

Niederlande - England 3:1 (1:1)
0:1 Rashford (32., Elfmeter)
1:1 de Ligt (72.)
2:1 Walker (97., Eigentor)
3:1 Promes (114.)
Niederlande: Cillessen - Dumfries, de Ligt, Virgil, Blind - de Roon (68. van de Beek), de Jong - Bergwijn (91. Propper), Wijnaldum, Babel (68. Promes) - Memphis
England: Pickford - Walker, Stones, Maguire, Chilwell - Delph (77. Henderson), Rice, Barkley - Sterling, Rashford (46. Kane), Sancho (61. Lingard)
Gelbe Karten: Dumfries, de Ligt, van de Beek / Kane
Schiedsrichter: Clément Turpin

mrk



insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
briancornway 06.06.2019
1. Faffing Jones
Meine Güte, so ein Tor wie das von Promes für Walker gewertete kann man sich ja gar nicht ausdenken. Ein klarer Fall für die 'K***tor des Monats' - Rubrik bei Zeigler, das dürfte sogar ein Kandidat für den Jahres-Toilettensitz sein. Und nun hätten Portugal oder die Niederlande die Option, die EM-Quali total zu versemmeln und trotzdem teilzunehmen. Sowas kann in manchen Phasen sehr hilfreich sein, wenn ein Verband sich nach einer Krise gerade neu aufstellen und einspielen muss. Andererseits kommt man in einer solchen Phase selten in's Finale. Naja, war trotzdem spannender als ein - wie früher - Testspiel.
Europa-Realist 07.06.2019
2. Da war doch mal was ....
Holland vs. Portugal! Das verspricht ein foul- und kartenfrohes Endspiel zu werden. Ich erinnere mich so dunkel an die WM 2006 in Deutschland, als im Viertelfinale beide Mannschaften aufeinandertrafen und sich nichts schenkten. Ein derartig brutales Fußballspiel hatte ich bis dato nicht gesehen. "Zum Glück" wird das Endspiel nun gar nicht erst im Free-TV gezeigt .....
anders_denker 07.06.2019
3. viva Oranje
Daumendrücken, sie haben es auch mal verdient!
doppelnass 07.06.2019
4. Soweit zum Thema
Das zum Thema, England ist das Maß aller Dinge im Fußball. Ohne Spieler aus dem Ausland, die für hunderte Millionen von Scheichs gekauft werden, geht da nix.
TomHengst89 07.06.2019
5.
Über die englische Nationalmannschaft hat das ja auch nie jemand behauptet, die Liga ist im Moment die stärkste weltweit. Im Gegensatz zu uns sind die bis ins Halbfinale gekommen, soviel zum Thema da geht nichts.
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