Nazi-Überfall in Brandis Skandalspiel wird wiederholt

Trotz eines brutalen Nazi-Überfalls auf Gäste-Fans wird das Skandalspiel von Brandis nicht für Roter Stern Leipzig gewertet, sondern neu angesetzt. Die Berufung der Leipziger blieb erfolglos. Brandis könnten die Ausschreitungen nicht angelastet werden, so der Verband.

Sportplatz in Brandis nach Abbruch: Spiel wird wiederholt
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Sportplatz in Brandis nach Abbruch: Spiel wird wiederholt


Hamburg - Das Skandalspiel von Brandis muss wiederholt werden. Das Verbandsgericht des Leipziger Fußballverbandes hat am Mittwochabend die Berufung des Gastvereins Roter Stern Leipzig gegen eine Neuansetzung abgelehnt. So wird das Spiel, bei dem es zu schweren Ausschreitungen durch Neonazis gekommen war, noch einmal durchgeführt - erneut in Brandis.

Am 24. Oktober 2009 bei der ersten Auflage des Bezirksklassenspiels zwischen dem RSV Brandis und Roter Stern waren Neonazis auf den Platz gestürmt und hatten Leipziger Fans mit Eisenstangen angegriffen. Mehrere Menschen wurden verletzt, zwei von ihnen schwer, der Schiedsrichter brach die Partie bereits nach zwei gespielten Minuten ab.

In erster Instanz hatte im Dezember das zuständige Sportgericht bereits ein Wiederholungsspiel angeordnet. Die damalige Begründung: Da erst zwei Minuten absolviert gewesen seien, habe noch kein aussagekräftiges Ergebnis vorgelegen. Daher habe man sich für die Neuansetzung entschieden.

Der Beschluss hatte bei Roter Stern Leipzig Empörung ausgelöst. Statt den Gastgeber für seine mangelnden Sicherheitsvorkehrungen zu maßregeln, werde dem Gastverein nun zugemutet, erneut nach Brandis zurückzukehren. Roter-Stern-Sprecherin Claudia Krobitzsch hatte von einem "unglaublichen Urteil" gesprochen.

Ein Urteil, das die Berufungsinstanz nun bestätigt hat. Es habe zu wenig Beweise gegeben, dass die Umstände des Überfalls dem Gastgeberverein angelastet werden könnten, hieß es in der Begründung des Verbandsgerichts.

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insgesamt 3 Beiträge
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stilicho, 28.01.2010
1. Nazi-Überfall
Mal ehrlich war das nicht eher ein Kampf zwischen linksextremen und rechtsextremen Banden? Klar die rechtsextreme Bande war der Angreifer, aber die "linken" Fans bezeichnen sich als Antifa und das bedeutet bekanntlich "Angriff" ;O). Man kann ja gerne über solche Dinge berichten, aber man könnte es auch schon beim Namen benennen...
Haywood Ublomey 28.01.2010
2. Wenn die Vereinsleitung von Brandis ...
... so etwas wie Anstand besäße, hätte sie sich dem Antrag angeschlossen, das Spiel als Sieg für Roter Stern zu werten.
johndoe2 28.01.2010
3. Oh man...
"Antifa" bedeutet Angriff? Ganz bestimmt... Dein Kommentar ist pure Verhöhnung aller dort attackierten Fans, ganz besonders der verletzten. Denk mal vorher nach bevor du was schreibst.
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