NBA-Play-offs The Bucks are back

Seit dem 1. Mai 1990, seit einem Sieg gegen die Chicago Bulls, hatten die Milwaukee Bucks kein einziges Play-off-Spiel in der NBA mehr gewinnen können. Völlig unerwartet endete diese deprimierende Bilanz am Donnerstagabend.

Von Tobias Pox


Indianapolis - Mit einem eindrucksvollen 104:91-Auswärtserfolg bei den Indiana Pacers haben die Milwaukee Bucks ihre trostlose, fast eine Dekade andauernde Serie in den NBA-Playoffs endlich beenden können. 18.245 Zuschauer im ausverkauften Conseco Fieldhouse rieben sich verwundert die Augen. Die heimischen Pacers wurden von den Bucks auf dem völlig falschen Fuß erwischt und von der ersten Sekunde an überrannt. "Wir haben früh Blut geleckt, und das hat ein Feuer in unseren Augen entfacht", begründete Milwaukees Forward Tim Thomas die frühe Initialzündung der Gäste.

In dieser Szene lässt Rik Smits (l.) Bucks-Guard Sam Cassell noch passieren - später musste der "Fliegende Holländer" nach einem groben Foul den Platz verlassen
AP

In dieser Szene lässt Rik Smits (l.) Bucks-Guard Sam Cassell noch passieren - später musste der "Fliegende Holländer" nach einem groben Foul den Platz verlassen

Nach dem ersten Viertel stand es 35:19, und die Bucks hatten in diesen zwölf Minuten bereits mehr Punkte erzielt als andere Mannschaften mitunter in einer Halbzeit. Grund, selbstzufrieden das Tempo herunterzuschrauben? Keineswegs. Stetig bauten die Gäste ihren Vorsprung aus, bis er im vorletzten Abschnitt stolze 31 Punkte betrug. Erst jetzt schaltete der Milwaukee-Express einen Gang zurück und ließ die Pacers schließlich noch auf 13 Punkte "herankommen".

Wie indisponiert einerseits und schließlich auch verärgert die von Larry Bird trainierten Indiana Pacers an diesem Tag waren, zeigte die Disqualifikation von Rik Smits. Der holländische Center - Spitzname: "The Flying Dutchman" - ließ bei einer Reboundaktion nicht sich, sondern seinen Ellbogen durch die Luft fliegen und wurde daraufhin zu Recht des Feldes verwiesen.

Milwaukee hatte seine besten Schützen in Ray Allen und Sam Cassell (beide 20 Punkte). Außer dem Guard-Duo wussten besonders die Bankspieler der Bucks zu überzeugen: Tim Thomas (19 Punkte), Scott Williams (15) und Vinny Del Negro (10) fügten sich nahtlos ins Spiel ihres Teams ein. Beim Indiana zeigten lediglich Austin Croshere (16 Punkte) und Travis Best (14) akzeptable Leistungen.

Beide Teams haben nur einen Tag Pause, bevor es morgen im Bradley Center, dem Heimcourt der Milwaukee Bucks, mit der nunmehr ausgeglichenen Serie (1:1) weitergeht. Können die Bucks an ihre jüngste Leistung anknüpfen, stehen den als Favoriten in diese Auseinandersetzung gegangenen Pacers harten Zeiten und möglicherweise gar das Ausscheiden bevor.



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