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WM-Hassobjekt Vuvuzela: Das Getröte geht weiter

Foto: Georgi Licovski/ dpa

Nervende Fantrompete WM-Produktionsfirma verstärkt Anti-Vuvuzela-Filter

Millionen Fußballfans sind genervt vom Lärm der Vuvuzelas - jetzt reagiert die für die Übertragung verantwortliche TV-Produktionsfirma: Das Unternehmen will seine Audiofilter verdoppeln. Doch dadurch wird auch die Lautstärke der Fangesänge reduziert.

Hamburg - Nach zahlreichen Beschwerden von Zuschauern geht die WM-Fernsehproduktionsfirma Host Broadcast Services (HBS) verstärkt gegen das Vuvuzela-Getröte aus den südafrikanischen Stadien vor. Man werde die Audiofilter verdoppeln, um das ständige Summen bei der TV-Übertragung zu verringern, teilte das Unternehmen an diesem Dienstag mit. Ab wann der verstärkte Filter eingesetzt wird, teilte das Unternehmen nicht mit. HBS stellt den TV-Sendern die Bilder und den Ton von den WM-Spielen zur Verfügung.

Die nationalen Sendeanstalten selbst haben keinen Einfluss auf die Signale der Außenmikrofone, über die das Geräusch eingefangen wird. Die Tochtergesellschaft der Schweizer Sportrechte-Agentur Infront steht deshalb in der Kritik. ZDF-Teamchef Dieter Gruschwitz hatte gegenüber SPIEGEL ONLINE angekündigt, bei den täglichen Briefings mit HBS über das Problem zu reden: "Alle Sendeanstalten sind unzufrieden, deshalb werden wir unsere Position klar machen."

Die angekündigten Filter minimieren allerdings auch die Gesänge und Rufe der Fans. Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE hatte HBS bereits am Samstag erklärt: "Eine Eliminierung oder Filterung des Vuvuzela-Geräuschpegels ist technisch ohne eine Beeinflussung des Gesamtsignals nicht möglich", so eine Unternehmenssprecherin. Unabhängig davon hatten zahlreiche Rundfunkstationen bereits eigene Maßnahmen gegen die Vuvuzelas getroffen. Wie auch ARD und ZDF tauschte der französische Sender TF1 die modernen Headsets gegen Lippenmikrofone aus, die die Reporter in der Hand halten müssen. Dadurch werden weniger Außengeräusche übertragen.

Die britische BBC erwägt derzeit, ihren Zuschauern die Wahl zu ermöglichen, Nebengeräusche stummzuschalten. Bis Dienstagmorgen hatte die Rundfunkanstalt 545 Beschwerden erhalten. "Falls die Vuvuzelas weiter einen solchen Einfluss auf den Genuss des Publikums haben, werden wir andere Optionen in Betracht ziehen, die Lautstärke zu verringern", teilte die BBC mit.

Im Gespräch sind zwei Kanäle, zwischen denen die Zuschauer mittels ihrer Fernbedienung wählen sollen: Ein Kanal mit dem Originalton aus dem Stadion und ein Kanal mit reduzierter Geräuschkulisse. Beide Optionen will die BBC in den nächsten Tagen vorstellen. An ein Verbot der Vuvuzelas in den südafrikanischen Stadien denken Organisatoren und Weltverband Fifa indes nur unter gewissen Umständen, zum Beispiel, wenn sie als Wurfgeschosse missbraucht werden.

jar/dpa
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