Neue CL-Übertragungspakete Zwei Partien pro Spieltag im Free-TV möglich

Die Uefa hat den TV-Sendern bei der Ausschreibung der Champions-League-Rechte zwei statt bisher ein Live-Spiel im frei empfangbaren Fernsehen angeboten. Was den Fan erfreut, kann für die Bundesliga teuer werden: Es drohen hohe Einnahmeverluste.


Hamburg - Im frei empfangbaren Fernsehen könnte ab der Saison 2009/2010 mehr von der Champions League zu sehen sein. Die Europäische Fußball-Union (Uefa) bietet den TV-Sendern bei der Ausschreibung der Champions-League-Rechte bis 2012 über die Agentur TEAM zwei statt wie bisher ein Live-Spiel im Free-TV an.

Kamera im Fußballstadion (Archiv): Neue Rechtepakete, neue Möglichkeiten
DPA

Kamera im Fußballstadion (Archiv): Neue Rechtepakete, neue Möglichkeiten

"Das Interesse auf dem Free-TV-Markt hat sich so gut entwickelt, dass wir dort ein zusätzliches Spiel ausgeschrieben haben", wird ein TEAM-Mitarbeiter von "Sportbild online" zitiert. Das laufende Bieterverfahren endet am kommenden Dienstag.

Außerdem gibt es ein Rechtepaket mit allen weiteren Begegnungen, für das die Uefa einen Sender im Pay-TV sucht. Der deutsche Anbieter Premiere hat bereits Interesse angemeldet. Da erstmals auch die dritte Qualifikationsrunde zur Champions League und der Super Cup zentral vermarktet werden, erhöht sich die Anzahl der Spiele in diesem Paket von 125 auf 146. Geschätzt 70 Millionen Euro zahlt Premiere bislang pro Saison für die Champions-League-Rechte. Der Sender hält bisher die Rechte für Pay-TV und Free-TV. Dabei hat Premiere die 13 Spiele im frei empfangbaren Fernsehen an Sat.1 sublizenziert. Dafür sollen rund 13 Millionen Euro von Sat.1 gezahlt worden sein.

An dem neuen Paket mit dem zusätzlichen Live-Spiel sind unter anderem Sat.1 und ProSieben interessiert. "Massenrelevante Rechte, die auch in den Kosten wirtschaftlich attraktiv sind, interessieren uns immer", sagte Sat.1-Sprecherin Kristina Faßler. Auch die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ARD und ZDF bekunden Interesse. "Die Champions League ist ein interessantes Produkt", sagte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz, "über das es sich lohnt, nachzudenken."

Das könnte Auswirkungen auf den Erwerb der ebenfalls neu ausgeschriebenen Rechtepakete für die Bundesliga haben, von denen sich die DFL deutliche Mehreinnahmen erhofft.

Bei der ARD macht man keinen Hehl daraus, dass man nach wie vor nicht bereit sei, für weniger Rechte (fünf Bundesligaspiele statt sechs am Samstag in der Sportschau) mehr Geld zu bezahlen. Hinzu kommt, dass ARD und ZDF bereits die Übertragungsrechte an Länderspielen und DFB-Pokal bis 2012 erworben haben. Eine Entscheidung Champions League statt Bundesliga ist eine mögliche Option.

Bundesliga-Vermarkter Sirius sieht sich trotz der neuesten Entwicklungen am Markt nicht unter Druck. Ein Sprecher gab sich gelassen: "Wir glauben an die Werthaltigkeit des Produktes Bundesliga."

chp/sid/dpa



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