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12. September 2010, 14:11 Uhr

Neue Verletzung

Ballack fällt wochenlang aus

Von Clemens Gerlach

Michael Ballacks Pechsträhne hält an. Der Leverkusener verletzte sich erneut und fällt mehrere Wochen aus. Damit dürfte es dieses Jahr nichts mit einem Comeback im Nationalteam werden. Über die öffentlich geführte Kapitänsdebatte zeigte sich Ballack verbittert.

Hamburg - Ballack zog sich nach Angaben von Bundesligist Bayer Leverkusen im Punktspiel bei Hannover 96 (2:2) bei einem Zweikampf eine feine Fraktur im Schienbeinkopf des linken Beines zu. Der Mittelfeldspieler, der nach 31 Minuten ausgewechselt werden musste, wird vermutlich sechs Wochen ausfallen.

Direkt nach der Partie am Samstag in Hannover waren die Bayer-Verantwortlichen lediglich von einer leichten Bänderverletzung ausgegangen. Eine Untersuchung im Klinikum Köln-Merheim ergab am Sonntagvormittag, dass sich Ballack schwerer verletzt hatte.

Wegen seiner neuerlichen Blessur ist es ausgeschlossen, dass Ballack, der am 26. September 34 Jahre alt wird, an den beiden EM-Qualifikationsspielen gegen die Türkei (8. Oktober) und in Kasachstan (12. Oktober) eingesetzt werden kann. Vermutlich kommt selbst das Testspiel am 17. November in Schweden für Ballack zu früh.

Bundestrainer Joachim Löw hatte zuletzt mehrfach betont, Ballack nur dann für das Nationalteam zu nominieren, wenn der 98-malige Auswahlspieler topfit und damit eine Verstärkung für die DFB-Mannschaft sei.

"Es tut mir leid für Michael, dass er einen neuen gesundheitlichen Rückschlag hinnehmen muss. Natürlich wünsche ich ihm schnelle und gute Besserung", sagte Löw.

Wegen einer Verletzung am Sprunggelenk hatte Ballack die WM in Südafrika verpasst. An Stelle des ehemaligen Chelsea-Spielers hatte Bayern-Verteidiger Phillip Lahm als Kapitän fungiert. Der Münchner wird so lange die Binde tragen, bis Ballack wieder im Nationalteam eingesetzt werden kann.

Verbittert zeigte sich Ballack wegen der öffentlichen Diskussion um seine Rolle in der Nationalmannschaft. "Die letzten Wochen waren nicht einfach für mich. Das hat mir einiges gezeigt, wie es läuft", so der Bayer-Profi am Samstagabend im ZDF, "ich bin da Betroffener und sehe das anders als viele Außenstehende."

Erfreut zeigte sich Ballack dagegen von der Rückendeckung durch Nationalspieler wie zuletzt Bastian Schweinsteiger (Bayern München). "Einige können sich noch an die Leistungsstärke von vor meiner Verletzung erinnern. Viele Spieler halten zu mir, und das ist schön zu wissen. Da freut man sich über die Unterstützung."

"Ich bin froh, dass sie nicht auf den Zug mit aufspringen, den einige da angeschoben haben", fügte Ballack hinzu, "mich wundert nichts mehr, bei dem was zuletzt passiert ist. Im Fußball geht es manchmal komisch und schnell zu."

An Aufgabe denke er dennoch nicht, betonte Ballack. Er werde weiter um sein Comeback in der DFB-Auswahl kämpfen: "Das habe ich immer getan."

mit Material von dpa und sid

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