Neuer Lautern-Trainer Ein Wolf für die "Teufel"

Eine Baustelle hat der 1. FC Kaiserslautern geschlossen: Wolfgang Wolf ist ab sofort neuer Trainer bei dem Club, bei dem er einst als Profi gespielt hat. Doch welche Vereinsführung die Pfälzer demnächst haben werden, ist weiter unklar.


Kaiserslautern - "Wir sind froh, dass wir schnell eine Einigung mit unserem Wunschkandidaten erzielen konnten", erklärte Teammanager Olaf Marschall. Nach mehreren Gesprächen stimmte der FCK-Aufsichtsrat unter Vorsitz von Walter Ruda der Verpflichtung des 48 Jahre alten ehemaligen Spieler der Lauterer zu.

Trainer Wolf: "Ich bin Pfälzer"
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Trainer Wolf: "Ich bin Pfälzer"

Wolf hatte gerade einmal drei Wochen zuvor seinen Posten beim Ligarivalen Nürnberg seinen Posten räumen müssen. Zuvor war er von 1998 bis 2003 beim VfL Wolfsburg tätig. In Kaiserslautern, das derzeit auf dem letzten Tabellenplatz der Bundesliga seht, bekommt Wolf einen Vertrag bis 2008. Der Kontrakt hat auch Gültigkeit für die zweite Liga.

"Ich freue mich, wieder zurück zu sein. Natürlich ist das keine einfache Aufgabe. Aber wenn hier in der Region alle zusammenrücken, können wir gemeinsam den Klassenerhalt packen", kommentierte der frühere Abwehrspieler sein Comeback am Betzenberg.

Die Entscheidung für Wolf war zu erwarten, denn in Kaiserslautern mehrten sich die Stimmen, dass ein Mann aus der Region den Club aus der Talsohle führen soll. "Wenn es gelingt, einen Trainer zu verpflichten, der aus der Pfalz stammt und Rückhalt bei den Fans hat, hätte das einen gewissen Charme", hatte Marschall schon vor der Entscheidung zugunsten von Wolf erklärt.

Der neue Coach wohnt nur 50 Kilometer vom Stadion auf dem Betzenberg entfernt und wird heute erstmals das Training der FCK-Profis leiten. Selbst war Wolf früher 248-mal im Lauterer Trikot aufgelaufen, noch immer ist der Club eine Herzensangelegenheit für ihn. "Ich bin Pfälzer, und natürlich hängt mein Herz an meinem Heimatverein", hatte er vor seiner Verpflichtung der "Bild"-Zeitung gesagt. Das aktuelle Chaos bei den "Roten Teufeln" schreckt Wolf nicht ab. "In Traditionsclubs geht es immer mal etwas wild zu."

Briegel will, aber nicht mit Ruda

Unklar ist allerdings noch, wer Nachfolger des scheidenden Vorstandschef René C. Jäggi wird. Der Schweizer hatte am Wochenende seinen Rücktritt angekündigt, dieser ist aber vom Aufsichtsrat noch nicht angenommen worden. Das frühere Spieler-Idol Peter Briegel könnte den Schweizer beerben, doch der verlangt vor einer Mitarbeit im Verein personelle Konsequenzen. "Wenn der FCK eine andere Führung hat, werde ich wieder in den Club eintreten und helfen. Aber nicht mit Ruda", erklärte der frühere Nationalspieler. Briegel war vor zwei Jahren nach einem Zerwürfnis mit Jäggi und dem Aufsichtsrat erst aus dem Gremium und dann aus dem Verein ausgetreten.

Eine Entscheidung über die neue Vereinsführung wird wohl erst am 14. Dezember fallen. Dann wählt die Mitgliederversammlung den neuen Aufsichtsrat, der anschließend den neuen Vorstand bestimmt. Als geeigneter Nachfolger von Jäggi gilt Geschäftsführer Hans-Peter Schössler von Lotto Rheinland-Pfalz, der auch schon Interesse signalisiert hat.



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