Neuer Schalke-Manager Beckenbauer und Völler trauen Kahn den Job zu

Rückenwind für Oliver Kahn: Karl-Heinz-Rummenigge und Rudi Völler denken, dass der frühere Bayern-Keeper geeignet ist, den Manager-Posten beim FC Schalke 04 zu übernehmen. Das sieht auch Franz Beckenbauer so - und äußert sich zudem zur Nachfolgeregelung von Münchens Manager Uli Hoeneß.


Hamburg - "Dass er es könnte, steht für mich fest. Oliver Kahn ist ein junger und intelligenter Mensch, der mit Uli Hoeneß 14 Jahre lang den besten Lehrmeister hatte", teilte Beckenbauer in seiner "Bild"-Kolumne mit. Der 39-jährige Kahn ist bei Schalke der Top-Favorit auf die Nachfolge des beurlaubten Andreas Müller und führte unter der Woche bereits vielversprechende Gespräche mit Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies.

Ehemaliger Torhüter Kahn: "Ein junger und intelligenter Mensch"
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Ehemaliger Torhüter Kahn: "Ein junger und intelligenter Mensch"

Beckenbauer hält es zwar für "mutig von Clemens Tönnies, wenn er sich für einen Neuling im Geschäft entscheiden sollte", für Kahn bewertet er einen solchen Schritt allerdings positiv: "Neue Umgebung, neue Mannschaft - das kann hilfreich sein bei einem Start in eine neue Karriere."

Auch Bayer Leverkusens Sportdirektor Völler glaubt, dass Kahn der Aufgabe gewachsen ist. "Zu heiß! Ach was. Das macht doch einem Souverän wie Olli nichts aus", sagte der Weltmeister von 1990 der "Westdeutschen Zeitung" und gab Kahn noch einen Rat: "Ich weiß nicht, was daraus wird und kenne auch die konkreten Ziele von Oliver Kahn nicht. Aber wenn er solche Pläne tatsächlich verfolgt, dann sollte er nicht so lange warten. Du gerätst schnell in Vergessenheit."

Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge hat Schalke dazu beglückwünscht, Kahn zum Kandidaten für den Managerposten erkoren zu haben. "Ich kann die Gedanken von Schalkes Aufsichtsratsvorsitzendem Clemens Tönnies nachvollziehen. Ich kann Schalke zu dieser Wahl nur gratulieren. Das könnte passen", sagte Rummenigge am Samstag vor dem Bundesliga-Heimspiel des FC Bayern München gegen den Karlsruher SC.

Kahn hatte seine Spielerkarriere im vergangenen Sommer in München mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft und des DFB-Pokals beendet. Beim Rekordmeister war er auch als möglicher Nachfolger für den am Jahresende ausscheidenden Manager Uli Hoeneß gehandelt worden. Der 57-Jährige soll nach Auslaufen seines Vertrags Ende 2009 aus dem Vorstand der FC Bayern München AG ausscheiden und Franz Beckenbauer als Vereinspräsident und Aufsichtsratschef ablösen.

Beckenbauer sprach sich unterdessen für eine Verteilung der Aufgaben von Hoeneß aus. "Ich meine, dass es verkehrt ist, einen Nachfolger zu suchen, sondern dass man das Aufgabengebiet, das der Uli bisher ausgefüllt hat, auf mehrere Schultern verteilen sollte", sagte Beckenbauer beim TV-Sender Premiere.

Er sprach sich zudem erneut für ein Engagement seines Weltmeister-Teamkollegen von 1974, Paul Breitner, aus: "Paul Breitner, den ich ins Spiel gebracht habe, ist der geeignete Mann, einen Teil der Aufgaben von Uli Hoeneß zu übernehmen. Es sind einige Kandidaten im Spiel. Wir müssen uns in den nächsten Wochen zusammensetzen, Vorstand und Aufsichtsrat, um über die Zukunft zu entscheiden." Breitner ist derzeit als Chefberater des Vorstandes bei den Bayern tätig.

wit/sid/dpa



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