Nicht gegebenes Tor Morddrohung gegen Schweizer EM-Schiri

In England war die Empörung über Urs Meier nach dem Viertelfinal-Aus gegen EM-Gastgeber Portugal groß. Der Schweizer Schiedsrichter trug aus Sicht der Briten die Hauptschuld an der Niederlage, da er den vermeintlichen Siegtreffer des englischen Teams nicht gegeben hatte. Einige Fans drohen nun sogar, Meier umbringen zu wollen.


Referee Meier (l.) und der englische Nationalspieler Phil Neville: Hass auf den Schweizer
DPA

Referee Meier (l.) und der englische Nationalspieler Phil Neville: Hass auf den Schweizer

Zürich - Nach einem Bericht der Schweizer Boulevardzeitung "Blick" ist Meier auf Anraten der Polizei erst einmal untergetaucht. Dessen Haushaltsgeräte-Geschäft in Würenlos im Kanton Aargau wird bewacht. Meier bestätigte dem Blatt, dass er Morddrohungen am Telefon und per Fax erhalten habe.

Meier hatte am 24. Juni das vermeintliche englische 2:1-Siegtor durch Sol Campbell in der 90. Minute nicht gelten lassen, weil er zuvor ein Foul von John Terry am portugiesischen Keeper Ricardo gesehen hatte. Diese Entscheidung wurde von Experten als korrekt bezeichnet. Es blieb somit beim 1:1 nach dem Ende der regulären Spielzeit. Portugal gelangte in die Verlängerung und dann ins Elfmeterschießen, das die Gastgeber mit 6:5 für sich entschieden.

Englische Fans: "Vom Schiedsrichter bestohlen"
AFP

Englische Fans: "Vom Schiedsrichter bestohlen"

Die britische Boulevardzeitung "The Sun" hatte Meier nach dem englischen EM-K.o. zum Staatsfeind Nummer eins erklärt. Der Schweizer Referee ("Er stahl uns den Sieg") bekam anschließend 16.000 Hass-Mails von erbosten Fans aus England. Ein Rundfunksender in Zürich hat nun seine Hörer zu einer E-Mail-Schwemme aus der Schweiz und zu Daueranrufen bei der "Sun"-Redaktion aufgefordert.



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