Niederlande Frank de Boer des Dopings beschuldigt

Schon wieder ist ein holländischer Fußball-Nationalspieler positiv auf das Dopingmittel Nandrolon getestet worden. Nach Edgar Davids erwischte es nun "Oranje"-Kapitän Frank de Boer.


Frank de Boer: "Ich habe nichts eingenommen"
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Frank de Boer: "Ich habe nichts eingenommen"

Barcelona - Dem Profi des spanischen Spitzenclubs FC Barcelona wurde eine Kontrolle vom 29. April dieses Jahres zum Verhängnis. Wie de Boer am Dienstagmorgen in Barcelona selbst bekannt gab, sei er nach dem Spiel gegen Celta de Vigo positiv getestet worden. "Ich verstehe das nicht. Ich habe nichts eingenommen", erklärte der Barca-Profi.

Nach Angaben des niederländischen Rundfunks soll in de Boers Urin eine hohe Dosis Nandrolon gefunden worden sein. Der Kapitän des niederländischen Nationalteams ist bereits der zweite Auswahlspieler, bei dem das verbotene Mittel gefunden wurde.

Auch Edgar Davids beteuert seine Unschuld

Ende April war Edgar Davids - früher Ajax Amsterdam, jetzt Juventus Turin - als Dopingsünder ertappt worden. Im Fall Davids ("Ich habe nie Dopingmittel genommen") hatte Juventus erklärt, dass der Klub die Ursache bei der medizinischen Betreuung des Mittelfeldspielers in den Niederlanden sehe. Vier Tage vor der positiven Probe hatte Davids für die niederländische Nationalmannschaft gegen die Türkei gespielt.

Parallelen deuten sich im Fall de Boer an. Er wurde vier Tage nach dem WM-Qualifikationsspiel gegen Zypern erwischt. Die niederländische Zeitung "De Telegraaf" deutete unter Verweis auf die beiden ähnlich gelagerten Fälle die Möglichkeit an, dass bei den Länderspiel-Vorbereitungen "etwas schief gelaufen" sein könne.

Bereits sieben überführte Dopingsünder in Italien

Während bei Davids die Untersuchungen noch nicht beendet sind - die für Dienstag geplante Öffnung der Zweitprobe wurde auf unbestimmte Zeit verschoben -, ist diese Saison bereits sieben Spielern der ersten italienischen Liga ein Dopingmissbrauch zweifelsfrei nachgewiesen worden. Prominentester Fall ist der portugiesische Nationalspieler Fernando Couto vom amtierenden Meister Lazio Rom.

Nach einem Beschluss des Nationalen Olympischen Komitees Italiens (Coni) vom Dienstag gelten positiv-getestete Spieler in Italien zukünftig schon nach der A-Probe als positiv. Die B-Probe soll nur noch fakultativ zur Anwendung kommen: Sie kann, muss aber nicht durchgeführt werden. In jedem Fall ist sie von dem beantragenden Spieler zu bezahlen.



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