Niedersachsen-Derby Wolfsburg verschärft Hannovers Abstiegssorgen

Für Hannover 96 rückt der Abschied aus der Bundesliga näher. Bei der Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg spielte das Team von Mirko Slomka zwar engagiert, verlor aber dennoch die neunte Partie in Folge - und steht damit als Vorletzter auf einem direkten Abstiegsplatz.

Wolfsburger Grafite, Misimovic, Dzeko: Glücklicher Erfolg in Hannover
ddp

Wolfsburger Grafite, Misimovic, Dzeko: Glücklicher Erfolg in Hannover


Hamburg - Zvjezdan Misimovic hat Hannover 96 ein weiteres Stück in Richtung Zweite Fußball-Bundesliga geschossen. Trotz der bislang besten Rückrundenleistung unterlagen die 96er am Sonntag durch ein Tor des Bosniers (78. Minute) gegen den VfL Wolfsburg 0:1 (0:0). Hannover steht nach der neunten Niederlage in Folge zum ersten Mal in dieser Saison auf einem direkten Abstiegsplatz. Zudem stellte das Team von Trainer Slomka mit der Negativserie den Rekord aus der Saison 1985/86 ein, als der Club aus der Bundesliga abstieg.

"Das ist schon dramatisch. Wir haben viele Torchancen gehabt und diese nicht genutzt. Wir haben auch gut gespielt. Das war der Beweis, dass wir mit aller Kraft darum kämpfen, die Klasse zu erhalten", sagte 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke nach dem Spiel.

Bereits vor der Partie Spiel hatte es bei den Hausherren Ärger um Angreifer Jan Schlaudraff gegeben, der von Slomka kurzfristig aus dem Kader gestrichen wurde. "Er hat leidenschaftslos trainiert. Das können wir im Abstiegskampf nicht gebrauchen", sagte Slomka.

Trotz des Wirbels und einer fast komplett neu formierten Abwehr kamen die Hausherren nach verhaltenem Beginn wesentlich besser ins Spiel. 96 zeigte vor 34.300 Zuschauern deutlich mehr Einsatz und gewann mehr Zweikämpfe als zuletzt. Nach 15 Minuten rettete die eigentliche Nummer drei im VfL-Tor, Marwin Hitz, die Gäste erstmals bei einem Schuss von Elson. Wolfsburgs Torhüter Nummer eins, Diego Benaglio, ist verletzt und Nummer zwei, André Lenz, wegen Formschwäche nur Ersatz. Drei Minuten später hatte Elson erneut die Führung für 96 auf dem Fuß, schoss aber aus etwa 16 Metern knapp am langen Pfosten vorbei. Auch in der Folge spielte Hannover couragiert nach vorne. Constant Djakpa scheiterte mit einem Weitschuss (41.) nur knapp.

Schmeichelhafte Führung durch Misimovic

Von Wolfsburgs Angriff war zu Beginn wenig zu sehen. Das zuletzt wieder erstarkte Sturmduo Edin Dzeko und Grafite blieb ungefährlich. Erst nach einer knappen halben Stunde kam der Meister zu seiner ersten gefährlichen Aktion. 96-Torwart Florian Fromlowitz rettete bei einem Schuss von Nationalspieler Christian Gentner großartig (27.). Wenig später hatte Fromlowitz Glück, als er sich bei einem Freistoß verschätzte und Alexander Madlung nur an den Pfosten köpfte (37.). Kurz vor der Pause hätte Wolfsburg die Heimelf für die mangelnde Chancenverwertung beinahe bestraft. Doch Dzeko köpfte nach einer Misimovic-Flanke am rechten Pfosten vorbei (44.). Kurz darauf scheiterte Misimovic zudem mit einem Freistoß an Fromlowitz (45.+1).

Auch im zweiten Durchgang betrieb Hannover hohen Aufwand, ohne dafür belohnt zu werden. Der starke Djakpa verzog aus gut 25 Metern wieder nur knapp (52.). Auf der Gegenseite wurde ein Abseitstor von Grafite von Schiedsrichter Felix Brych zurückgepfiffen. Ansonsten blieb der 30 Jahre alte Grafite jedoch wirkungslos. Wie aus dem Nichts kamen die verhalten und nur auf Konter lauernden Wolfsburger zum schmeichelhaften 1:0 durch Misimovic. "Wir haben zuletzt auch einige Spiele unglücklich verloren. Von daher ist es uns egal, wenn wir heute glücklich gewonnen haben", sagte Wolfsburgs Abwehrspieler Marcel Schäfer. Kurz vor dem Ende hatte Arnold Bruggink die große Chance zum Ausgleich. Doch der Niederländer vergab völlig frei vor Hitz (87.).

ulz/sid/dpa



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