Qualifikationsspiel Nord- gegen Südkorea Fußball vor leeren Rängen - nur der Fifa-Boss hat offenbar zugeschaut

Ohne Zuschauer auf den Rängen haben Nord- und Südkorea ihre Partie in der WM-Qualifikation gespielt. Fernsehbilder waren nicht erlaubt, Journalisten hatten keinen Zutritt - anders offenbar als der Fifa-Boss.

So sieht das aus, wenn Nord- und Südkorea gegeneinander spielen
The Korea Football Association DPA

So sieht das aus, wenn Nord- und Südkorea gegeneinander spielen


Die südkoreanische Fußball-Nationalmannschaft hat im politisch höchst brisanten WM-Qualifikationsspiel in Nordkorea die Tabellenspitze in ihrer Gruppe behauptet. Die Südkoreaner um ihren Star Heung-Min Son trennten sich in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang im leeren Kim-Il-Sung-Stadion 0:0 von ihrem Bruderstaat. Damit steht Südkorea nach dem dritten Spieltag in Gruppe H mit sieben Punkten weiter vor den punktgleich zweitplatzierten Nordkoreanern.

Die Partie, zu der keine Zuschauer zugelassen waren und die nicht im Fernsehen übertragen wurde, war das erste Pflichtspiel beider Länder auf nordkoreanischem Boden. Fifa-Präsident Gianni Infantino verfolgte die Begegnung einem Bericht der französischen Nachrichtenagentur AFP zufolge auf der Tribüne. Der Funktionär war früher am Tag in Nordkorea eingetroffen, wie Videobilder zeigten.

Im Vorfeld der Begegnung weigerte sich Nordkorea, Gespräche über die logistische Vorbereitung der Partie zu führen. Südkoreanische Fans und Journalisten erhielten kein Visum für die Begegnung. Die 55 Personen umfassende Delegation des südkoreanischen Teams war gezwungen, ihre Mobiltelefone vor der Abreise aus Peking in der südkoreanischen Botschaft vor Ort zu lassen. Von dem Spiel waren keine Livebilder zugelassen worden.

Die weiteren Gegner beider Teams in Gruppe H sind Turkmenistan, der Libanon sowie Sri Lanka. Der Gruppensieger sowie die vier besten Zweiten aller acht Gruppen ziehen in die 3. Runde der asiatischen WM-Qualifikation ein.

aha/sid



insgesamt 3 Beiträge
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wdiwdi 15.10.2019
1. Und so ein Spiel entspricht den Regularien?
Die FIFA hat doch sogar bei den Iranern minimale Fortschritte erzielen können - und in Sachen Korea gar nichts? Ist es legal, generische Fans ohne dass irgend etwas vorgefallen wäre, einfach so auszuschließen? Ich dachte, es gibt bei Länderspielen garantierte Ticketkontingente für die Gegenseite?
themistokles 15.10.2019
2.
Es stellt sich mir hier spontan die Frage nach dem warum. Linientreue Zuschauer hätte Nordkorea sicherlich auftreiben können und was soll die Gefahr bei einer Übertragung vom nordkoreanischen Fernsehen in das norkoreanische Fernsehprogramm gewesen sein? Klar, das wäre alles eine Farce gewesen und so ein Spiel kann sich die FIFA eigentlich nicht bieten lassen (wobei die VIP Loge und der VIP Aufenthalt von Corruptino sicherlich nicht zu verachten war...) aber auch die DDR hatte Länderspiele zugelassen bzw. wusste von der propagandistischen Wirkung des Sports.
skeptikerjörg 15.10.2019
3. Erkundungsbesuch?
Gianni Infantino hat nur geprüft, ob das Stadion in Pjöngyang WM-tauglich ist, und das konnte er am besten sehen, wenn es leer ist. Nach Katar muss es ja Steigerungspotenzial geben, warum nicht Nordkorea? Kim ist bestimmt ganz lieb (sagt selbst Trump) und für Merchandising ein noch völlig unerschlossener Markt. Wie kann die FIFA es zulassen, dass ein WM-Qualifikationsspiel unter Ausschluss von Zuschauern und ohne Zulassung von Journalisten stattfindet?
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