Prügelei vor Bundesliga-Spiel Nürnberg-Anhänger überfallen Freiburger Fanhaus

Vor dem Spiel der Fußball-Bundesligisten SC Freiburg und 1. FC Nürnberg haben sich Fans beider Mannschaften eine heftige Schlägerei geliefert. Laut Polizei griffen "Club"-Anhänger das SC-Fanprojekt mit Flaschen an, die mit Nägeln befüllt waren. Auch im Anschluss fielen Gäste-Fans auf.


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Hamburg - Das Fanhaus des SC Freiburg ist mehrere Stunden vor der Partie gegen den 1. FC Nürnberg (3:2) von Club-Anhängern überfallen worden. "Sie kamen mit Flaschen, die mit Nägeln gefüllt waren, und haben unsere Leute vermöbelt. Der Jugendtreff wurde verwüstet. Mittlerweile ist die Sache bei der Polizei angezeigt", sagte Freiburgs Präsident Fritz Keller nach dem Abpfiff der Partie.

Wie die Polizei mitteilte, hatten Nürnberger Anhänger Weisungen der Beamten ignoriert und waren mit vier Bussen in Richtung der Fanprojekt-Unterbringung am Freiburger Stadion gefahren. Bis zu 160 Menschen prügelten anschließend aufeinander ein. Die Beamten trennten die Gruppen, mittlerweile haben sie "Ermittlungen wegen Körperverletzung, gefährlicher Körperverletzung sowie schwerem Landfriedensbruch" eingeleitet. Hintergrund soll angeblich die Rivalität zweier Nürnberger Ultra-Gruppierungen.

Auch bei der Pressekonferenz im Anschluss an das Spiel fielen Nürnberger Anhänger auf, weil sie sich offenbar ohne Befugnis unter die Journalisten gemischt hatten. Einer von ihnen sagte zu Freiburgs Trainer Christian Streich: "Wenn einer absteigt, dann der SC Freiburg", ein anderer rief: "FCN! FCN!".

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Nürnberg-Trainer Verbeek: Spiel verloren, Nerven auch
Zu den Vorwürfen von Nürnbergs Trainer Gertjan Verbeek, sein Freiburger Kollege habe ihn während der Spiels "unverschämt, respektlos und brutal" behandelt, sagte Keller: "Ich habe keine Beschimpfungen und Beleidigungen gesehen. Verbeek hat Streich doch mehrfach den Vogel gezeigt. Vielleicht sind die Nürnberger schlechte Verlierer, ich weiß es nicht."

Streich selbst äußerte sich im Interview ähnlich verwundert: "Wenn er meint, den Frust bei mir abladen zu müssen, soll er das tun. Es ist extrem und unschön. Es kann allerdings passieren, es ist nachvollziehbar, denn der Druck ist hoch. Wenn er aber versucht, die Niederlage so zu kaschieren, ist das unfassbar." Verbeeks Worte täten "richtig weh".

psk/dpa/sid

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watch15 30.03.2014
1. Fairer Sports und gestörte Fans
Einfache Lösung ... Nürnberg spielt die nächsten Spiele bis Saisonende vor leeren Rängen. Hart durchgreifen, bis auch der letzte Hooligan merkt, dass er seinem Verein und allen Fans schadet. Wieviele der Schläger wurden eigentlich gleich eingesperrt?
indy555 30.03.2014
2. Fußball....
Ich kenne keine Sportart, in der sich angebliche Fans ( ist das Wort Fan eigentlich eine Abkürzung für Fanatiker?) so assozial, gewalttätig und primitiv verhalten, wie die des Fussballs. Vielleicht sollte man die Spieler wie früher nicht mehr bezahlen und die Spiele ausschließlich fernübertragen. Dann gibt es halt nur noch Fälle von häuslicher Gewalt, nicht besser, aber billiger.
lambsbachtal 30.03.2014
3. Raus aus der Bundesliga
Hoffentlich steigt Nürnberg ab. Auf solche Vereine die Ihre Fans nicht im Griff haben, kann die Bundesliga verzichten
enivid 30.03.2014
4. @watch15
Das ist vollkommenster Unsinn. Es waren weniger als 160 "Nürnberg-Fans" und wegen diesen Idioten die immer einen weg finden um sich zu prügeln, kann man nicht Tausende von friedlichen Anhängern bestrafen. Hier muss man gezielt Vorgehen, identifizieren, Stadionverbote erteilen und eine Meldepflicht bei der Polizei zu den Fußballspielen. Es ist leider Fakt, dass es diese Chaoten überall gibt.
swandue 30.03.2014
5. Vier Busse fuhren falsch?
Was sagt das Busunternehmen dazu? Wurden die Busse gekapert oder haben die da eigene Leute rein- und ans Steuer gebracht?
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