Nürnberger Trubel "Club" verhandelt mit Matthäus

Nach der Entlassung von Wolfgang Wolf ist Lothar Matthäus Spitzenkandidat für den Trainerjob beim 1. FC Nürnberg. Auch bei der Besetzung des Postens des Sportdirektors kann es Veränderungen geben. Und der Präsident steht ebenfalls unter Druck.


Nürnberg - Matthäus soll sich heute mit dem Nürnberger-Sportdirektor Martin Bader in München treffen - dafür gibt allerdings noch keine offizielle Bestätigung vom Verein. Immerhin hatte am Dienstag Nürnbergs Präsident Michael A. Roth betont, dass der 44 Jahre alte Rekordnationalspieler und gebürtige Franke sein Wunschkandidat für die Nachfolge des am Montag entlassenen Wolf ist.

Trainer Matthäus: Wunschkandidat des Nürnberger Präsidenten
REUTERS

Trainer Matthäus: Wunschkandidat des Nürnberger Präsidenten

Allerdings ist auch die Zukunft von Matthäus' Verhandlungspartner unklar. Nach Informationen der Tageszeitung "Die Welt" soll der 2006 auslaufende Vertrag von Sportdirektor Martin Bader nicht verlängert werden. Der frühere Nürnberger Profi Stefan Reuter soll dessen Posten übernehmen. Roth sagte zu den Spekulationen, man habe "nicht die Absicht, den Bader zu verlieren". Der Sportdirektor hatte Wolfs Beurlaubung als "persönliche Niederlage" bezeichnet. "Ich habe sehr eng mit ihm zusammengearbeitet. Natürlich ist mein Schicksal mit seinem verknüpft", sagte Bader.

Ob Roth auch auf Dauer an Bader festhalten kann ist fraglich, denn der Vereinspräsident wird von einem Sponsor unter Druck gesetzt. Stahlrohrmöbel-Fabrikant Franz Stegner, der das Frankenstadion mit Sitzen ausstattete und den "Club" jährlich mit rund 100.000 Euro sponsert, schrieb in einem Fax an Roth: "Wenn Sie auf mich gehört hätten, wären Sie nicht auf Schönredner und Dampfplauderer wie Wolf und Bader hereingefallen, die für das Desaster verantwortlich sind. Wenn Sie dem Club ein Weihnachtsgeschenk machen wollen, dann treten Sie zurück."



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