Bierhoff über Löw "Hat einen gewissen Kredit verspielt"

Oliver Bierhoff hat Joachim Löw überraschend unter Druck gesetzt. Der DFB-Direktor forderte vom Bundestrainer öffentlich Ergebnisse.

Oliver Bierhoff (r.) sieht Joachim Löw unter Zugzwang
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Oliver Bierhoff (r.) sieht Joachim Löw unter Zugzwang


Der Manager der Nationalmannschaft, Oliver Bierhoffhat mit kritischen Aussagen über Bundestrainer Joachim Löwüberrascht. "Natürlich weiß auch Jogi, dass er jetzt einen gewissen Kredit verspielt hat und dass er da Ergebnisse bringen muss", sagte Bierhoff beim Sky-Format "Wontorra on Tour".

Grundsätzlich sei Löw "immer sehr entspannt", so Bierhoff. Er habe den Bundestrainer schon in vielen Drucksituationen erlebt und sagte, es seien "eigentlich die Momente, die ihn auch stark machen, weil er dann die Ruhe bewahrt, weil er dann eigentlich an die Sache denkt, nicht an populistische Entscheidungen".

Diskussionen um Löws Personalpolitik hatten sich zuletzt gehäuft. Etwa trotz der Verletzung von Abwehrchef Niklas Süle den von ihm aussortierten Mats Hummelsnicht in die DFB-Auswahl zurückzuholen.

Auch Löws Verhalten in der Torwartfrage hatte ihm zuletzt Gegenwind verschafft. Bierhoff hatte die Kritik der Bayern-Führungum Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge am Umgang mit Torwart Manuel Neuer durch die Führung der deutschen Fußballnationalmannschaftzurückgewiesen.

Während des EM-Qualifikationsspiels in Estland (3:0) im Oktober hatte es zudem "Löw raus"-Rufe der deutschen Fans gegeben. Laut Bierhoff hat der Bundestrainer diese "nicht wahrgenommen".

Bierhoff und Löw arbeiten seit dem Jahr 2004 zusammen für die Nationalmannschaft. Bei der Übernahme des Teams durch Jürgen Klinsmann wurde Löw Co-Trainer, Bierhoff stieg als Teammanager ein. Nach dem frühen WM-Aus 2018 waren beide erstmals stärker in die Kritik geraten. Beide hatten bislang öffentlich stets betont, ein gutes Verhältnis zueinander zu pflegen.

mjm



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Humanfaktor 02.11.2019
1. Anzechen von Absetzbewegungen
Bierhoff ist Teil des Problems. Doch macht es sich nun anscheinend doch Sorgen, dass die Luft dünner werden könnte und in absehbarer Zeit auch die Frage gestellt wird, was er 'eigentlich' macht, um das nun bereits seit geraumer Zeit gärende Problem zu losen. Im Übrigen wird im Beitrag ein Zitat Bierhoffs doppelt verwendet. Soll das die inhaltliche Substanz verdichten? Ist misslungen, Bierhoff ist nach wie vor der Meister des glatten, nichtssagenden Statements.
hooge789 02.11.2019
2. Keine Kritik
Ich sehe da keine Kritik von Bierhoff. Dass Löw jetzt Ergebnisse braucht ist so offensichtlich, dass Bierhoffs Aussage den Druck auch nicht mehr steigert.
BIB 02.11.2019
3. Wo versteckt sich die Kritik?
Ich sehe sie nämlich in Bierhoffs Aussagen nicht. Soweit ich das verstehe, weist Bierhoff doch nur auf die (offensichtliche) Tatsache hin, dass das zahlende Publikum allmählich die Geduld verliert. Eine persönliche Kritik von Bierhoff ist darin nicht enthalten. Insbesondere bemängelt er doch selbst weder Fehlentscheidungen, Auftreten noch Leistungen von Löw!
stelzerdd 02.11.2019
4. Stark!
Der Satz ""Natürlich weiß auch Jogi, dass er jetzt einen gewissen Kredit verspielt hat und dass er da Ergebnisse bringen muss" ist natürlich eine extrem starke Kritik. Ob die beiden da noch zusammenarbeiten können?
titoandres 02.11.2019
5. Ehrlich, aber nicht contra Löw
Ich finde die Aussagen sehr gut. Kann auch nicht erkennen, dass er Löw unter Druck setzt. Bierhoff hat die Situation offen und ehrlich angesprochen. Es weiß doch jeder, dass Löw weniger Kredit hat als nach der WM 2014. Man hat dem DFB des Öfteren vorgeworfen, dass er die Situation schön redet. Also wozu jetzt Fehler der Vergangenheit wiederholen und das Offensichtliche leugnen. Und gleichzeitig sagt er doch, dass Löw gerade unter Druck über sich hinauswachsen kann. Also alles richtig gemacht
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