Olympia-Freigabe Rafinha schwänzt Schalker Traininglager

China statt Österreich: Schalke 04 ist ohne seinen Abwehrspieler Rafinha ins Trainingslager gereist. Dessen Beratungs-Agentur ROGON ist zu keiner Stellungnahme bereit.


Hamburg - Der brasilianische Nationalspieler hat seine Ankündigung offenbar wahr gemacht und ist nicht mit ins Trainingslager nach Österreich gefahren. Bereits am Wochenende erklärte er, unbedingt nach Peking reisen zu wollen.

Schalke-Spieler Rafinha: "Wir können ihn ja nicht in Handschellen abführen"
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Schalke-Spieler Rafinha: "Wir können ihn ja nicht in Handschellen abführen"

"Rafinha ist nicht da. Was soll ich machen? Wir können ihn ja nicht in Handschellen abführen", sagte Schalke-Manager Andreas Müller der "Bild"-Zeitung. Auf der Website seines Vereins ließ Müller durchblicken, dass dem Brasilianer arbeitsrechtliche Konsequenzen bei Schalke drohen, falls dies rechtlich möglich ist: "Wir werden jetzt gemeinsam mit der DFL prüfen, welche Möglichkeiten wir haben."

Rafinhas Beratungsagentur ROGON, die neben Rafinha fünf weitere Stammspieler und den Neuzugang Ze Roberto II betreut, weigerte sich auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE, Stellung zu beziehen: "Wir geben zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinen Kommentar ab." So muss bedauerlicherweise unbeantwortet bleiben, ob der Brasilianer nach Absprache mit ROGON gehandelt hat oder ob der Spieler Konsequenzen erwartet.

Der Streit um die Abstellungen der Spieler unter 23 Jahren ist nach den Äußerungen des Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, Jacques Rogge, endgültig entbrannt. Er hatte mit Bezug auf die Fifa-Regularien erklärt, dass Spieler unter 23 Jahren, denen der Club die Freigabe für Olympia verweigert, während der Spiele in Peking für die Liga gesperrt werden.

Als Reaktion darauf will die DFL im Gegenzug prüfen, ob Spieler, die ohne Zustimmung der Clubs nach Peking reisen, für das olympische Turnier gesperrt werden können.

Auch in anderen Bundesliga-Clubs geht es um Olympiafreigaben. Werder Bremens Mittelfeldspieler Diego möchte, wie Rafinha, seine Nationalmannschaft in Peking unterstützen, bekam von seinem Verein jedoch bereits die Absage. Der nigerianische Nationalspieler Chinedu Obasi vom Aufsteiger Hoffenheim darf hingegen für seine Mannschaft in Peking auflaufen.

kna/ruf/sid/dpa

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