Fußball bei Olympia  Brasilien zittert sich zum Sieg, Großbritannien enttäuscht

Titelvorit Brasilien ist mit einem knappen Erfolg ins olympische Fußballturnier gestartet. Das Team um Star Neymar führte bereits mit drei Treffern, machte es am Ende aber noch einmal spannend. Gastgeber Großbritannien kam gegen Senegal nur zu einem Remis.

Brasilianische Nationalspieler: Knapper Erfolg gegen Ägypten
REUTERS

Brasilianische Nationalspieler: Knapper Erfolg gegen Ägypten


Hamburg - Mitfavorit Brasilien hat seine erste Partie im olympischen Fußballturnier gewonnen, Großbritannien holte beim 1:1 (1:0) gegen Senegal hingegen nur einen Punkt. Rekordweltmeister Brasilien zitterte sich in Cardiff nach einer vermeintlich sicheren 3:0-Führung am Ende zu einem glücklichen 3:2 (3:0) gegen Ägypten. Die Treffer für das Team von Trainer Mano Menezes erzielten Rafael (16.), Leandro Damião (26.) und Superstar Neymar (30.). Die Ägypter, die vom früheren Bundesligaprofi Hamy Ramzy trainiert werden, waren vor der Pause hoffnungslos unterlegen. Routinier Mohamed Abou-Treika (52.) und Mohamed Salah (76.) machten das Spiel aber wieder spannend.

Zwei Jahre vor der Weltmeisterschaft im eigenen Land unterstrich die junge brasilianische Mannschaft bei ihrem ersten Turnierauftritt nur 45 Minuten, dass sie ein Kandidat für den Olympiasieg ist. Durch ihren Erfolg setzten sich die Brasilianer an die Tabellenspitze der Gruppe C. Im nächsten Spiel trifft Brasilien auf Weißrussland, das zeitgleich in Coventry gegen Neuseeland 1:0 (1:0) gewann.

Für Gastgeber Großbritannien begann das Turnier enttäuschend. In Manchester musste sich das Team um Kapitän Ryan Giggs in der Gruppe A mit einem 1:1 (1:0) gegen Außenseiter Senegal begnügen. In derselben Gruppe hatte zuvor Uruguay beim 2:1 (1:1) gegen die Vereinigten Arabischen Emirate mehr Mühe als erwartet.

Bellamy brachte die Gastgeber in Führung

Für die Gastgeber, die erstmals seit 1972 wieder mit einem gesamtbritischen Fußballteam an den Spielen teilnehmen, hatte Craig Bellamy vom FC Liverpool in der 20. Minute in Führung geschossen. Der walisische Stürmer traf nach einem Freistoß seines Landsmannes Giggs. Moussa Konaté gelang in der 82. Minute der Ausgleich.

ManUnited-Urgestein Giggs führt im Alter von 38 Jahren das von Stuart Pearce trainierte Team Großbritannien an, das sich aus fünf Walisern und 13 Engländern zusammensetzt. Für schottische und nordirische Profis war ebenso wenig Platz wie für den früheren englischen Kapitän David Beckham, der sich mit einer kleinen Rolle bei der Eröffnungsfeier am Freitagabend zufrieden geben muss. Die britischen Fußballer haben am Samstag ihren nächsten Auftritt gegen die Vereinigten Arabischen Emirate (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Zuvor hatte Japan für eine Überraschung gesorgt: Gegen Spanien siegte die japanische Auswahl in der Gruppe D 1:0 (1:0) und ist nun Tabellenführer. Der Mönchengladbacher Bundesliga-Profi Yuki Otsu hatte den entscheidenden Treffer erzielt.

jar/sid



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sarkosy 27.07.2012
1. fussball bei Olympia
könnten Sie einem ahnungslosen Auslandsdeutschen einmal erklären,nach welchen Regeln die olympischen Fussballmannschaften ausgewählt und zugelassen werden? Kein Mensch weiss genau,wie diese Trickserei funktioniert.Olympia gleich FIFA? Vielen Dank im Voraus.
brux 27.07.2012
2. Auswahl
Wenn ich es richtig verstehe, sind die Briten nur dabei, weil sie Gastgeber sind. Das ist schon grob, wenn überhaupt nur 2 andere Mannschaften aus Europa teilnehmen dürfen. Ich jedenfalls habe ziemliche Probleme, nach der EM meinem Sohn zu erklären, warum hier ein Turnier mit solch mittelmässigen Teams abgehalten wird.
totalmayhem 27.07.2012
3.
Zitat von bruxWenn ich es richtig verstehe, sind die Briten nur dabei, weil sie Gastgeber sind. Das ist schon grob, wenn überhaupt nur 2 andere Mannschaften aus Europa teilnehmen dürfen. Ich jedenfalls habe ziemliche Probleme, nach der EM meinem Sohn zu erklären, warum hier ein Turnier mit solch mittelmässigen Teams abgehalten wird.
Haben Sie Spanien als europaeische Nation schon abgeschrieben? Weil die Spanier sind naemlich auch beim Turnier, neben den Weissrussen und der Schweizern. ;) Somit stellt Europa immerhein ein Viertel der teilnehmenden Mannschaften, was so grob eigentlich garnicht ist.
piccolo-mini 27.07.2012
4. optional
Es handelt sich bei den Männern um ein U23-Turnier, weil die FIFA keine Mini-WM unter olympischer Flagge duldet. Zusätzlich dürfen die Teams 3 Spieler, die nicht unter die Altersgrenze fallen nominieren. Für das Turnier gelten die Abstellungsregeln der FIFA. Wenn ein Spieler sich weigert zu kommen und sein Verband das der FIFA meldet, wird er für die Dauer des Turniers für alle Begegnungen gesperrt. Trotzdem üben die Vereine sanften Druck auf ihre Spieler aus (z.B. Bayern auf den Schweizer Shaqiri), da sie ihre Spieler in der Vorbereitung nicht für so ein Turnier abstellen wollen, weshalb nich überall die besten spielen. Gareth Bale hat sich z.B. "verletzt" abgemeldet, aber diese Woche schon wieder für Tottenham gespielt. Aus Europa nehmen 4 Mannschaften teil. Großbritannien, dass es bei der FIFA nicht gibt, da dort aus Tradition die vier Regionalverbände England, Schottland, Wales und Nordirland spielen dürfen, ist als Gastgeber natürlich qualifiziert, wie bei allen anderen Fußballturnieren und allen olympischen Wettbewerben in anderen Sportarten auch. In Europa war für die Qualifikation die U21-EM 2011 maßgeblich. Die acht qualifizierten Teams spielten 3 Olympia-Teilnehmer (Spanien, Schweiz, Weißrussland) aus. Deutschland war nichtmal unter den besten acht!
Crom 27.07.2012
5.
Für das Frauenturnier war die WM 2011 in Deutschland für die europäischen Mannschaften maßgeblich. Da Deutschland bereits im Viertelfinale ausgeschieden ist (3.Plätze sind ja nur was für Männer), nimmt keine deutsche Mannschaft teil. Bei solchen Turnieren kommt es der FIFA weniger auf die Qualität an sondern das jeder Verband Mannschaften stellt. Man sollte vielleicht überlegen, dass Damen-Turnier zukünftig auch auf 16 Teams aufzustocken und hier mehr europäische und amerikanische Teams zu berücksichtigen.
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