Olympisches Fußballturnier Brasilianerinnen verhindern deutschen Traumstart

Dieses Spiel hat Nerven gekostet: Die deutschen Fußballfrauen haben zum Auftakt der Olympischen Spiele ein Unentschieden gegen Brasilien erreicht. In der ersten Hälfte war das Team von Silvia Neid besser, im zweiten Durchgang hatte die deutsche Auswahl dann Glück.


Hamburg - Deutschlands Weltmeisterinnen sind zum Olympiaauftakt mit einem blauen Auge davongekommen. Die Mannschaft von Trainerin Silvia Neid trennte sich in der Neuauflage des WM-Endspiels von 2007 0:0 von Brasilien. Damit hat die DFB-Auswahl trotz des durchwachsenen Starts weiter alle Chancen auf den Einzug ins Viertelfinale.

DFB-Spielerin Prinz (l.): Kein Tor gegen Brasilien
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DFB-Spielerin Prinz (l.): Kein Tor gegen Brasilien

Nächster Gegner der Deutschen in der Gruppe F ist am Samstag (11 Uhr MEZ, Liveticker SPIEGEL ONLINE) Nigeria. "Insgesamt können wir zufrieden mit dem Ergebnis sein. Vor allen Dingen mit dem Abwehrverhalten", sagte Neid.

Vor etwa 15.000 Zuschauern im Olympiastadion von Shenyang taten sich die Deutschen zunächst schwer, steigerten sich aber nach einer Viertelstunde. Die beste Chance hatte Sandra Smisek vom 1. FFC Frankfurt, die mit einem Kopfball die Latte traf (23.). Kurz vor der Pause verpasste Spielführerin Birgit Prinz (41.), die in Deutschland erneut zur Fußballerin des Jahres gewählt worden ist, mit einem Schuss knapp das Tor.

Auf der Gegenseite hatte Torhüterin Nadine Angerer zu Beginn einige Schrecksekunden zu überstehen. Gefahr herrschte vor allem in der zwölften Minute, als die ehemalige Wolfsburgerin Cristiane nach Vorarbeit von Weltfußballerin Marta aus drei Metern Entfernung über das Tor köpfte.

Neid hatte sich für eine vorsichtigere Aufstellung mit Melanie Behringer (Bayern München) statt der Duisburgerin Fatmire Bajramaj entschieden. Die angeschlagene Stürmerin Conny Pohlers (Frankfurt) saß wegen einer Reizung im Knie zunächst auf der Bank. Zwar hatte die Abwehr Brasiliens Top-Stürmerin Marta weitgehend gut im Griff, in der Offensive fehlte es jedoch zumeist an Durchschlagskraft.

Die zweite Halbzeit war zunächst ausgeglichen. Die Duisburgerin Annike Krahn (56.) und Smisek (61.) hatten die Möglichkeit zur Führung. Auf der Gegenseite rettete Angerer gegen Cristiane (62.), Renata (ebenfalls 62.) traf zudem mit einem Kopfball den Pfosten.

In der Folge hatte Brasilien weitere Chancen, doch Marta zielte zunächst knapp vorbei (69.) und scheiterte kurz vor Schluss nach einem starken Solo an Angerer. Beste Spielerinnen in einer ausgeglichenen deutschen Mannschaft waren Prinz und Angerer.

Auftaktpleite für die Titelverteidigerinnen

Die amerikanischen Frauen sind mit einer Niederlage ins Turnier gestartet. Die Olympiasiegerinnen von 2004 unterlagen Norwegen in der Gruppe G 0:2 (0:2). Durch die Pleite und das 2:2 (1:1) zwischen Japan und Neuseeland sind die USA sogar Gruppenletzter. Gastgeber China feierte dagegen durch ein 2:1 (1:1) im Top-Duell der Gruppe E gegen Schweden einen gelungenen Auftakt. Im zweiten Spiel der Gruppe gewann Kanada gegen Argentinien ebenfalls 2:1 (1:0). Im Duell der deutschen Gruppengegner siegte Nordkorea 1:0 (1:0) gegen Nigeria.

mig/sid



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