Teuerster Wintertransfer der Geschichte Oscar für 71 Millionen Euro nach Shanghai

In Chelsea hatte er keinen Stammplatz mehr. Dennoch wird der brasilianische Fußballer Oscar gutes Geld verdienen, nachdem er im Januar nach China gewechselt ist. Nie war ein Wintertransfer teurer.

Oscar
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Der brasilianische Nationalspieler Oscar wechselt im Januar vom FC Chelsea zum chinesischen Klub Shanghai SIPG. Dies bestätigten beide Vereine. Der 25-jährige Oscar soll in Shanghai pro Woche 417.000 Euro nach Steuern kassieren. Als Ablöse sind 71,5 Millionen Euro im Gespräch.

Für Chelsea wäre diese Summe Klubrekord, zudem wäre der Offensivspieler der teuerste Wintertransfer der Fußballgeschichte. Chelsea selbst hielt die alte Rekordmarke mit dem Transfer von Fernando Torres im Jahr 2011 für 58,5 Millionen Euro vom FC Liverpool.

In Shanghai wird Oscar, der bei Chelsea noch bis 2019 unter Vertrag stand, an der Seite seines Landsmanns Hulk spielen. Den Stürmer hatte der Klub im vergangenen Sommer für rund 56 Millionen Euro von Zenit St. Petersburg verpflichtet. SIPG wird vom ehemaligen Chelsea-Coach André Villas-Boas trainiert.

Oscar bestritt für Chelsea in vier Jahren 203 Spiele und erzielte 38 Tore. Mit den Londonern gewann er einen Meistertitel, die Europa League und einen Ligapokal. Zuletzt hatte Trainer Antonio Conte ihn aber nur selten berücksichtigt. Mit Brasilien hatte Oscar 2011 die U20-WM in Kolumbien gewonnen.

Der bestbezahlte Fußballer der Welt wird Oscar mit dem kolportierten Gehalt jedoch wahrscheinlich nicht. Mit diesem Titel könnte sich der Argentinier Carlos Tévez schmücken, den der Lokalrivale von SIPG, Shanghai Shenhua, von den Boca Juniors verpflichten möchte. Tévez soll in Shanghai mehr als 600.000 Euro pro Woche verdienen, spekuliert die BBC.

rae/sid

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insgesamt 12 Beiträge
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crazy_swayze 23.12.2016
1.
Die Chinesen schnappen sich zunehmend die Südamerikaner vom Markt. Wenn das auf den Scouting-Bereich übertragen wird, haben die europäischen Teams hier keine Chance mehr.
gustavsche 23.12.2016
2.
Chinesen halt. Die können nichts eigenes und kaufen nun schlechte Fußballer, die in Europa chancenlos sind. Hulk konnte sich nicht einmal in Petersburg durchsetzen. Übertragen auf die restliche Geschäftswelt: Wir müssen uns vorm chinesischen Drachen nicht fürchten. Die Europäer sind einfach besser. Da haben die Preise noch eine Bedeutung, selbst die Ablösesummen, die Real Madrid bezahlt. Das Geld fließt über Trikotverkäufe oft sofort wieder zurück. Kroos war ja mit 35 Mio ein Schnäppchen, angesichts dessen, dass er der beste Mittelfeldspieler ist und bei beim der WM 2014 beeindruckte. Oscar stand stand im Halbfinale auch auf dem Platz und schoss das 1:7. Da war auch zu erkennen, dass der brasilianische Fußball dahindarbt. Früher konnten die Brasilianer mit individueller Klasse vieles überspielen, aber die Defizite im taktischen Bereich sind enorm. In Europa spielten früher in den Top-Ligen Spitzenspieler aus Brasilien: Ronaldo, Ronaldinho, Rivaldo, Amoroso, Elber, Dunga, Jorginho, Paulo Sergio, Roberto Carlos, Ze Roberto. Die Ligen waren voll davon und es wurden die Spieler bei er Berufung ins Nationalteam häufig ignoriert, die nicht in Italien, Spanien oder England spielten. Es hießt: Die haben's nicht geschaft. Elber kam nur auf sehr wenige Länderspiele. Heute können Brasilianer in der Ukraine oder in Russland spielen und sie spielen weiterhin in der Nationalmannschaft. Aus der spanischen Liga kann ich zwei Brasilianer aus der NM nennen: Neymar und Marcello, wobei eigentlich nur Neymar an die alte Klasse der Brasilianer heranreicht. Marcello ist kein überragender Verteidiger. Das haben die Chinesen nicht erkannt. Ich glaube, die Chinesen haben sogar zu verantworten, dass Messi Spieler der WM 2014 wurde. Man lässt sich lieber von starken Namen beeindrucken, von Marken, anstatt von Leistung.
-volver- 23.12.2016
3. ...
Die chinesen kaufen sich mit ihren lächerlichen transfers höchstens den glamour des fussballs. klasse generieren sie so nicht... zu viel geld ist schädlich. das sieht man am beispiel England.
foolbar 23.12.2016
4.
Ich bin da vorsichtig, was China angeht, wenn die plötzlich ihre Liebe zum Fussiball entdecken. Die hätten einen inländischen Markt mit über 1 Milliarde Einwohnern. Zudem könnte ich mir vorstellen, dass viele andere Asiaten eine chinesische Liga vorziehen, wenn sie erst einmal ein vergleichbares Niveau zu den Top-Ligen in Europa hat. Noch stehen die Chinesen mit ihrem Fussiball ja noch ziemlich am Anfang. Aber auf die Wirtschaft übertragen waren sie das auch mal und wurden anfangs noch belächelt. Finanziell scheinen die jedenfalls jetzt schon keine Sorgen bis Hemmungen zu haben, wenn ich alleine lese, dass da wohl ein Angebot an Messi vorlag mit 100 Mio € Jahressalär. Wenn die hinbekommen, eine vernünftige Nachwuchsarbeit zu machen und gleichzeitig mehr und mehr (Top-)Spieler aus Europa und Südamerika zu verpflichten, dann wird deren Liga auch interessanter für Profis und Zuschauer. Ich bin da jedenfalls gespannt, wo der Fussiball in 10 Jahren in China steht.
Wolfgang Porcher 23.12.2016
5. warum auch nicht?
man muss ja nicht unbedingt Oelscheich sein, um sich teure Spielzeuge zu leisten. Die Vorurteile die in den Deutschen Koepfen haengen und rum geistern, was Made in China bedeutet, ist schon merkwürdig. wer will das denn auch gerne wahr haben wollen, dass made in germany laengst nicht mehr das ist, was es war. Und dass der Furz Samsung , der so vor einigen Jahren noch belächelt wurde und als billige Fabrik zum Herstellen benutzt wurde, den IT Markt finanziell mit beherrscht, uns in Europa blass aussehen laesst, will auch wohl kaum jemand wahrhaben. aber so ist das in den Koepfen der deutschen Konsumenten, und wie in der IT so wird sich das ausbreiten eben auch im Fussball
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