Französisches Pokalfinale Nach 2:0-Führung - Tuchel und PSG verpassen das Double

Kein fünfter Titel in Folge: Paris Saint-Germain hat das französische Pokalfinale gegen Stade Rennes verloren. Die Entscheidung fiel im Elfmeterschießen - allerdings ohne Kylian Mbappé, der vom Platz geflogen war.

PSG-Trainer Thomas Tuchel ist sichtlich unzufrieden
Martin Bureau / afp

PSG-Trainer Thomas Tuchel ist sichtlich unzufrieden


Eigentlich sah alles so aus, als sollte Paris Saint-Germain zum zweiten Mal in Folge das Double im Frankreich gewinnen. Nach dem Durchmarsch in der Meisterschaft führte PSG im Pokalfinale gegen Stade Rennes nach 22 Minuten 2:0: Doch dann kassierte das Team von Trainer Thomas Tuchel den 2:2-Ausgleich und musste sich im Elfmeterschießen 5:6 geschlagen geben.

Bei PSG freute man sich vor dem Endspiel über die Rückkehr von Superstar Neymar, der nach dreimonatiger Verletzungspause zum ersten Mal wieder in der Startelf stand. Und der Brasilianer war auch sofort voll im Spiel. Das 1:0 durch Dani Alves bereitete er mit einer Ecke vor (13. Minute), das 2:0 erzielte Neymar nach einem Zuspiel von Ángel di María selbst (22.).

Zu diesem Zeitpunkt schien sicher, dass PSG zum fünften Mal in Folge den Coupe de France gewinnen würde - zumal die Tuchel-Elf in dieser Pokalsaison noch kein Gegentor hatte hinnehmen müssen. Doch Rennes kämpfte sich ins Spiel zurück und kam durch ein Eigentor von Presnel Kimpembe (40.) noch vor der Pause zum Anschluss. Den Ausgleichstreffer erzielte Edson Mexer per Kopf nach einer Ecke (66.). Vorher war er am ersten Pfosten seinem Gegenspieler Julian Draxler entwischt.

Tuchel wechselt den Fehlschützen ein

In der Verlängerung wurde es hektisch. Zunächst ging Neymar schwer getroffen zu Boden, nachdem ihm James Lea Siliki mit der offenen Sohle auf den Fuß gestiegen war (117.). Kurz sah es so aus, als könnte sich der Brasilianer erneut am immer wieder lädierten Knöchel verletzt haben, doch Neymar konnte nach kurzer Behandlungspause weiterspielen. Dann verlor Kylian Mbappé die Nerven. Der französische Jungstar sah für ein brutales Foul an da Silva vollkommen zu Recht die Rote Karte (119.).

Auch wenn er es nicht glauben mag: Kylian Mbappé wurde zu Recht vom Platz gestellt
AFP

Auch wenn er es nicht glauben mag: Kylian Mbappé wurde zu Recht vom Platz gestellt

Damit fiel bei PSG einer der sichersten Elfmeterschützen aus. Trotzdem verwandelten die ersten fünf Spieler auf beiden Seiten sicher - darunter Edinson Cavani, Dani Alves, Juan Bernat und Neymar für Paris. Im Anschluss brachte Ismaila Sarr Rennes 6:5 in Führung, bevor Christopher Nkunku den Ball übers Tor schoss und die Partie so entschied. Besonders bitter für Tuchel: Der Trainer hatte Nkunku kurz vor dem Elfmeterschießen extra als Schützen eingewechselt.

Nach dem Achtelfinal-Aus in der Champions League gegen Manchester United hat PSG damit zwei der angestrebten drei Titel verpasst. Auch wenn Paris schon fünf Spieltage vor Saisonende zum achten Mal als französischer Meister feststeht, dürfte das verlorene Pokalfinale für Unruhe im Verein sorgen.

Stade Rennes - Paris Saint-Germain 6:5 i.E. (2:2; 2:2; 1:2)
0:1 Alves (13.)
0:2 Neymar (22.)
1:2 Kimpembe (Eigentor, 40.)
2:2 Mexer (66.)
Elfmeterschießen:
1:0 Niang, 1:1 Cavani
2:1 Ben Arfa, 2:2 Alves
3:2 Grenier, 3:3 Paredes
4:3 Lea Siliki, 4:4 Bernat
5:4 Bensebaini, 5:5 Neymar
6:5 Sarr, Nkunku verschießt
Rennes: Koubek - Traoré, da Silva, Mexer, Bensebaini - Sarr, André, Grenier, Bourigeaud (106. Lea Siliki) - Ben Arfa, Niang
PSG: Areola - Dagba (106. Diaby, 120.+2 Nkunku), Marquinhos, Kimpembe - Alves, Verratti, Draxler (91. Cavani), Bernat - di María (75. Paredes), Neymar - Mbappé
Schiedsrichter: Buquet
Gelbe Karten: Mexer, Bensebaini, André, Grenier, Bourigeaud, Niang, Lea Siliki / Verratti, di María, Neymar, Paredes
Rote Karte: Mbappé (119.)

mmm



insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
tairen 28.04.2019
1. Ich wünsche diesen Club die Pest ans Bein
obwohl sie die mit Neymar ja schon überteuert gekauft haben. Mit diesen selbstdarstellerischen Schwalbenkönig werden sie nie einen großen Titel gewinnen. Er sieht sich selbst als Nachfolger von Messi und Renaldo aber in 10 Jahren wird er nur einer von vielen im Schatten dieser Giganten sein. Im besten Fall redet man von ihm noch als jemand der das Potenzial hatte und kläglich an seinem eigenen Ego scheiterte. Er ist vor Messi geflüchtet und den Ruf des Geldes nach Paris gefolgt, um dort auch Mal der alleinige Superstar in einer Mannschaft zu sein. Zu schade das Mbappe mit 20 Jahren jetzt schon besser Fußball spielt, erfolgreicher ist und mehr Einfluss auf die jeweiligen Mannschaft hat. Und da ich auch kein Fan von Tuchel bin, werde ich nächste Saison ganz gemütlich zuschauen wie er am Charakter dieser Söldnertruppe Scheiter und gefeuert wird.
swandue 28.04.2019
2.
Nur die absolut unvermeidliche Meisterschaft. Aber da auch schlechte Laune nach einem Unentschieden und zwei Niederlagen. Aber wer so viel Geld kassiert, muss ja nicht unbedingt auch noch Spaß bei der Arbeit haben.
buffbuff 28.04.2019
3. haha...
...bin in rennes die stadt bebt alle kneipen waren voll und es tut gut zu sehen, dass geld nicht immer alles kaufen kann die metro ist noch gratis in rennes, damit alle sicher heimkommen, auch wenn sie noch so viel getrunken haben und nicht nur cidre in der rue des soifs
apfeldroid 28.04.2019
4.
Ich habe einen schweren Verdacht, dass Tuchel bald entlassen wird.
borussia1900 28.04.2019
5. In Frankreich ist die sportliche Welt noch in Ordnung
Im Gegensatz zu Deutschland scheint bei unseren Nachbarn die Welt noch in Ordnung. Offenbar haben die Schiedsrichter keine Angst vor PSG im Gegensatz zu Deutschland, wo die meisten Schiris sich einnässen, wenn sie an den Verein aus dem dem Süden, oder aber die lassen sich nicht kaufen. Unvorstellbar, dass ein Underdog hier einen Titel gewinnt. Der DFB wird's schon richten...
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