Parkstadion-Affäre Assauer muss zahlen

Rudi Assauer wird von seiner Vergangenheit eingeholt: Die Staatsanwaltschaft Essen verhängte heute eine Geldbuße gegen den ehemaligen Manager des FC Schalke 04. Grund ist der nicht korrekte abgelaufene Verkauf des Gelsenkirchener Parkstadions.


Gelsenkirchen - Assauer und Schalke-Geschäftsführer Peter Peters müssen Geldbußen von insgesamt 60.000 Euro zahlen. In beiden Fällen ging es um den Verdacht der Bilanzfälschung im Zusammenhang mit dem Verkauf des Parkstadions. Assauer muss 35.000 Euro zahlen, gegen Peters wurde eine Geldstrafe von 25.000 Euro verhängt. Das teilte die Staatsanwaltschaft Essen heute mit. Von einer Anklageerhebung werde abgesehen. Sollten die Beschuldigten die Auflagen erfüllen, werde das Verfahren endgültig eingestellt.

Ex-Manager Assauer: Verfahren abgewendet
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Ex-Manager Assauer: Verfahren abgewendet

Gegen Assauer und Peters in ihrer Funktion als Geschäftsführer der "Schalke Parkstadion-Verwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG" hatte sich "ein hinreichender Tatverdacht wegen unrichtiger Darstellung von Bilanzen" ergeben, teilte die Strafverfolgungsbehörde weiter mit. Assauer war im Mai 2006 bei den Schalkern von allen Ämtern zurückgetreten.

Der 62-Jährige zeigte sich nach dem Urteil erleichtert. "Ich bin froh, dass die Kuh vom Eis ist. Ich habe von Finanzen nicht viel Ahnung. Ich habe auf Bitten unseres Finanzchefs Josef Schnusenberg gehandelt. Wir zwei teilen uns jetzt brüderlich die Summe, die zu zahlen ist. Fest steht, ich habe niemanden gelinkt", sagte Assauer der "Bild"-Zeitung.

Die auf dem Grundstück des Parkstadions stehende Tribüne wurde mit einem Wert von rund 6,6 Millionen Euro zu einem Zeitpunkt in die Bilanz der Gesellschaft aufgenommen, als bereits der Gebäudeabriss begonnen hatte. Es habe sich jedoch in Bezug auf die GmbH & Co. KG um einen "reinen Formalverstoß ohne Außenwirkung" gehandelt, heißt es in der Erklärung der Staatsanwaltschaft weiter. Soweit diese Werte im Jahresabschluss des Vereins FC Schalke 04 bilanziert wurden, unterfalle dies keiner Strafvorschrift.

Die Staatsanwaltschaft Essen hatte auch wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und der unrichtigen Darstellung von Bilanzen ermittelt. Die Stadt Gelsenkirchen hatte das Grundstück, das mit einer Million Euro bewertet wurde, 2003 für einen Euro an den Verein verkauft. In der Schalke-Bilanz schlug das Gelände später mit 15,6 Millionen Euro zu Buche.

Es bestand der Verdacht, dass Schalke den Wert des Grundstücks in der Bilanz zu hoch angesetzt haben könnte. Die Vereinsführung hatte seinerzeit alle Vorwürfe zurückgewiesen. Die Stadt stand im Verdacht, das Grundstück unter Wert abgegeben zu haben. Sie hatte den Verkauf für den symbolischen Preis damit begründet, dass die Kosten für eine Umnutzung des Geländes zu hoch gewesen wären.

Die Ermittlungen gegen den Schalke- Finanzvorstand wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und gegen zwei ehemalige leitende Vertreter der Stadt wegen Verdachts der Untreue und der Beihilfe zur Steuerhinterziehung seien eingestellt worden, teilte die Staatsanwaltschaft bereits gestern mit.

fpf/dpa



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