Bayern-Trainer Guardiola offenbart seine Motivationsprobleme bei Barça

"Es fiel mir immer schwerer, mich selbst und mein Team zu motivieren": Bayern-Trainer Pep Guardiola spricht erstmals ausführlich über die Gründe für seinen Abschied beim FC Barcelona. Wer seinen Wechsel nach München vorzeitig ausplauderte, glaubt der Spanier ebenfalls zu wissen.
Trainer Guardiola (2012): "Es war für mich eine sehr harte Niederlage"

Trainer Guardiola (2012): "Es war für mich eine sehr harte Niederlage"

Foto: David Ramos/ Getty Images

Hamburg - Es war ein 2:2 im eigenen Stadion gegen den FC Chelsea. Es war das Aus in der Champions-League-Saison 2012 nach der 0:1-Hinspiel-Niederlage in London für den Titelverteidiger FC Barcelona. Und es war wohl der entscheidende Anlass für Trainer Pep Guardiola, den FC Barcelona zu verlassen, seinen Verein, für den er jahrelang gespielt, den er jahrelang trainiert hatte. Der Bayern-Trainer spricht jetzt ausführlich über die Gründe - und nennt Motivationsprobleme.

"Wir waren unserem Gegner weit überlegen, kassierten im Rückspiel ein unnötiges Tor und waren plötzlich draußen. Es war für mich eine sehr harte Niederlage. Ich hatte das Gefühl, meine Mannschaft nicht mehr zu erreichen", sagte der 43-Jährige in einem Interview im Audi Annual Report . Audi ist einer der größten Bayern-Sponsoren sowie mit 8,33 Prozent an der FC Bayern AG beteiligt. Es sei für ihn ein Moment großer Traurigkeit gewesen, "als würde plötzlich das Flutlicht ausgehen".

Guardiola hatte den spanischen Top-Club 2008 übernommen und zu insgesamt 14 Titeln geführt. "14 Titel in nur vier Jahren markieren das bislang beste Ergebnis in der gesamten Vereinsgeschichte. Es fiel mir immer schwerer, mich selbst und mein Team zu motivieren", sagte Guardiola.

Nur wenige Tage nach dem Aus gegen Chelsea verkündete der Spanier seinen Abschied bei Barça. "Wenn du deine Spieler als Trainer nicht mehr motivieren kannst, dann weißt du, dass der Moment gekommen ist, um zu gehen", sagte Guardiola.

Nach einer einjährigen Auszeit trat Guardiola im Sommer 2013 die Nachfolge von Jupp Heynckes beim Triple-Sieger in München an. Der Spanier spekuliert auch darüber, wie sein Wechsel zu den Bayern vorzeitig bekannt wurde. "Silvio Berlusconi, so heißt es, hätte wohl geplaudert", sagte Guardiola: "Wahrscheinlich, weil ich nicht bei seinem Verein unterschrieben habe." Der frühere italienische Ministerpräsident ist seit 2011 wieder Präsident des AC Mailand, das Amt hatte er bereits bis 2004 inne.

In 25 Bundesliga-Spielen ist Guardiola mit dem deutschen Rekordmeister noch unbesiegt (23 Siege, 2 Unentschieden). Schon am Samstag könnte der Club-Weltmeister in Mainz den Gewinn der Deutschen Meisterschaft perfekt machen. Dennoch beschwert sich seine Frau Cristina offenbar über Guardiolas Taktik. "Sie sagt dann, ich soll die gleiche Mannschaft aufstellen, mit der ich beim letzten Mal gewonnen habe. Wenn ich ihr aber dann mein Rotationsprinzip erklären will, ist das schwieriger, als Arjen Robben verständlich zu machen: 'Du sitzt heute mal auf der Bank'", sagte Guardiola.

tok/max/dpa