Reaktionen auf Mertesacker "Wie will er weiter im Profifußball tätig sein?"

Mit seinen Äußerungen im SPIEGEL hat Per Mertesacker ein großes Echo ausgelöst. Die Reaktionen reichen von Lob bis hin zu Unverständnis anderer Ex-Nationalspieler.
Per Mertesacker

Per Mertesacker

Foto: imago/ Focus Images

Per Mertesacker hat wenige Monate vor seinem Karriereende einen kritischen Blick auf das Leben als Fußballprofi geworfen. Die Privilegien seien ihm bewusst, aber "irgendwann realisierst du, dass alles eine Belastung ist, körperlich und mental. Dass es null mehr um Spaß geht, sondern dass du abliefern musst, ohne Wenn und Aber. Selbst wenn du verletzt bist", sagte der 33-Jährige dem SPIEGEL. (Lesen Sie hier die ganze Story .)

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Seine gesamte Profikarriere hindurch, so Mertesacker, habe er an Spieltagen körperlich auf den Druck reagiert, bis hin zu Brechreiz und Durchfall. Mertesacker gehörte zum deutschen Weltmeister-Kader von 2014 und ist momentan Profi des englischen Klubs FC Arsenal.

Seine Aussagen gegenüber dem SPIEGEL sind bemerkenswert, das Leserinteresse und die Reaktionen in den sozialen Medien waren außergewöhnlich hoch.

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Mertesacker hat auch über den Druck bei der Heim-Weltmeisterschaft 2006 gesprochen. Die Angst vor einem Fehler, die er empfunden habe, sei "unmenschlich" gewesen.

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Als die deutsche Mannschaft im Halbfinale gegen Italien ausgeschieden sei, sei er enttäuscht gewesen, aber vor allem erleichtert. "Ich weiß es noch, als wäre es heute. Ich dachte nur: Es ist vorbei, es ist vorbei. Endlich ist es vorbei".

Sein damaliger Teamkollege Christoph Metzelder zeigte sich von den Aussagen überrascht. "Ich habe die WM 2006 überhaupt nicht so empfunden. Ab einem gewissen Punkt waren wir auf einer Welle", sagte Metzelder als Sky-Experte während der Samstagsspiele der Fußball-Bundesliga. Auf Twitter versuchte der 37-Jährige später, seine Reaktion zu entschärfen:

Klares Unverständnis hingegen äußerte Ex-Nationalspieler Lothar Matthäus: "Nationalmannschaft spielt man ja freiwillig. Er hätte ja aufhören können, wenn der Druck so groß war." Bezogen auf Mertesackers künftiges Engagement in der Nachwuchsabteilung des FC Arsenal sagte Matthäus: "Wie will er nach diesen Aussagen weiter im Profifußball tätig sein? Er hat doch die Idee, im Nachwuchs zu arbeiten. Wie will er einem jungen Spieler diese Professionalität vermitteln, wenn er sagt, dass da zu viel Druck ist. Das geht nicht."

Das RTL-Format "Punkt 12" reagierte mit diesem Facebook-Eintrag auf die SPIEGEL-Geschichte:

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Verständnislos hat auch der frühere Leverkusen-Manager Reiner Calmund die Mertesacker-Aussagen bei Sky kommentiert: "Wenn er nicht mit dem Druck zurechtgekommen ist, hätte er halt aufhören sollen. Warum hat er dann nach der WM 2006 noch weitergespielt?" Die Aussagen der Sky-Experten führten zu heftigen Reaktionen. Ein Twitter-Nutzer schrieb: "Genau deshalb traut sich keiner, etwas im Profifußball zu sagen. Schämen solltet ihr euch."

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Andere Twitter-User schrieben, einige hätten aus dem Suizid von Robert Enke nichts gelernt. Der frühere Nationaltorwart nahm sich 2009 wegen schwerer Depressionen das Leben. Ein Twitter-User kommentierte: "Wenn etwas wie bei Robert Enke passiert, wird immer viel schlau dahergeredet. Aber wenn Mertesacker mal was offen ausspricht, wird er dafür kritisiert. Doppelmoral in Reinkultur."

jan
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