Nach Unentschieden auf Schalke Köln trennt sich von Trainer Stöger

Der 1. FC Köln und Trainer Peter Stöger gehen getrennte Wege. Der Österreicher verabschiedete sich nach dem 2:2 auf Schalke von seiner Mannschaft. Vorübergehend übernimmt U19-Coach Stefan Ruthenbeck.


Peter Stöger ist nicht mehr Trainer des 1. FC Köln. Das gab der Verein auf einer Pressekonferenz am Mittag bekannt. Als Interimstrainer steht der bisherige U19-Coach Stefan Ruthenbeck bereit, der vom ehemaligen Profi Kevin McKenna unterstützt werden soll.

"Wir sind in der Verantwortung, alles zu versuchen, um den Klassenerhalt doch noch zu erreichen", begründete FC-Präsident Werner Spinner die Entscheidung. "Deshalb halten wir es in der aktuellen Situation für unabdingbar, auf der Trainerposition ein Signal zu setzen, auch wenn uns diese Entscheidung sehr schwer fällt und wehtut", fügte er hinzu.

Die Entscheidung sei bereits vor der Partie auf Schalke gefallen, sagte Stöger. "Es ist im Sinne des Klubs und vor allem der Mannschaft, dass jetzt eine Entscheidung getroffen wurde und Klarheit herrscht", sagte er.

Der "Express" wollte unmittelbar nach dem 2:2 der Kölner auf Schalke bereits erfahren haben, dass sich Stöger und sein Co-Trainer Manfred Schmid noch auf dem Rasen von der Mannschaft verabschiedet hatten.

Zudem sollen Kurznachrichten an die Handys der Spieler und Mitarbeiter verschickt worden sein mit dem Wortlaut: "Peter und Manni werden ab sofort nicht mehr unsere Trainer sein." Sowohl Stöger als auch FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle dementierten die Trennung zwar noch am Samstagabend, stellten aber eine baldige Entscheidung in Aussicht.

Stöger hatte sich schon länger "eine klare Lösung" in Bezug auf seine Position beim 1. FC Köln gewünscht - und so seinen Abgang forciert. Wenn er in Interviews nach seiner Zukunft befragt wurde, berief sich Stöger stets auf den laufenden Vertrag und forderte aber - auch im Sinne der Spieler und des Vereins - ein klares Bekenntnis seiner Vorgesetzten. Die Vereinsverantwortlichen hatten sich aber geweigert, dem Trainer langfristig das Vertrauen auszusprechen.

Mit Stögers Abgang endet in Köln das erfolgreichste Kapitel der jüngeren Vereinsgeschichte. Nachdem zwischen 2009 und 2013 sechs verschiedene Trainer beim FC unter Vertrag standen, waren durch Stöger im Sommer 2013 Ruhe und Kontinuität eingekehrt. Der Österreicher hatte die Mannschaft in der Zweiten Bundesliga übernommen und bis in die Europa League geführt.

Nach dem katastrophalen Start in die laufende Saison mit fünf Niederlagen aus den ersten fünf Spielen und nur drei Punkten nach 14 Partien schien die Trennung unvermeidbar. Probleme innerhalb des Vereins hatten sich schon abgezeichnet, als Geschäftsführer Jörg Schmadtke im Oktober seinen Vertrag aufgelöst hatte. Stöger und Schmadtke hatten über Jahre eng und erfolgreich zusammengearbeitet.

Das nächste Spiel steht bereits am Donnerstag an. Köln hat in Serbien die Chance, mit einem Sieg gegen Roter Stern Belgrad in die Zwischenrunde der Europa League einzuziehen.

mmm/dpa/sid



insgesamt 43 Beiträge
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Seite 1
mbak19 03.12.2017
1.
Vor Jahren lag der FC so richtig am Boden. Dann kamen Schmadke und Stöger, haben den Verein wieder dahin gebracht, wo er hin gehört. Ohne Not verkauft man dann im Sommer seinen Angriff, warum auch immer. Jetzt sind Schmadke und Stöger weg, nutzen wird es nur den Vereinen, die mit um den Abstieg spielen.
.patou 03.12.2017
2.
Undankbare Bande. Was für eine unfassbare Dummheit. Als ob Stöger das Problem war. Man hat ihn einfach ohne torgefährliche Spieler bzw. hinreichenden Ersatz für verletzte Spieler im Regen stehen lassen. Ich hatte in den Trainer jedenfalls deutlich mehr Vertrauen als in Geschäftsführung und Vorstand. Ein großes Dankeschön an Peter Stöger für die letzten Jahre.
hexenbanner64 03.12.2017
3. Karneval
Es ist schon komisch.Nach blamablen Niederlagen hält man am Trainer fest und nach einem respektablen Unentschieden wirft man ihn raus.Kölle Alaaf
Levator 03.12.2017
4. Wird schwer für Köln
Die Liga zu halten wird jetzt noch ein bisschen schwerer als es schon ohnehin so war. Fehler wurden in erster Linie von der Vereinsführung begangen, der Trainer Stöger ist das Bauernopfer für's Volk...
Orthoklas 03.12.2017
5. Überfällig
Das war überfällig. Punkt.
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