Pierre Littbarski "Komme nicht, um den Clown zu machen"

Mit der Verpflichtung von Pierre Littbarski als Assistent von Berti Vogts will man in Leverkusen Volksnähe mit Ernsthaftigkeit kombinieren. Doch der Ex-Nationalspieler will nicht nur als Witzemacher in Erscheinung treten.

Yokohama/Leverkusen - Ex-Nationalspieler Pierre Littbarski will beim deutschen Fußball-Vizemeister Bayer Leverkusen als Assistent von Cheftrainer Berti Vogts mit Begeisterung neues Potenzial freisetzen. "Meine Philosophie ist: Wer begeistert ist, bringt Leistung. Die Brasilianer sind das beste Beispiel", erklärte der 40 Jahre alte Weltmeister von 1990 im Interview mit der Kölner Tageszeitung "Express". Am 2. Januar kommenden Jahres tritt "Litti" seinen Dienst bei Bayer an, weil er zurzeit noch in Japan bei Yokohama unter Vertrag steht.

Allerdings will Littbarski, der einst für seine flotten Sprüche und Spaßeinlagen bekannt war, nicht den "Gute-Laune-Onkel" unter'm Bayer-Kreuz mimen: "Na ja, mit 40 kann ich nicht mehr im Handstand durch die Stadt laufen. Ich komme auch nicht, um den Clown zu machen. Aber eine Mannschaft braucht mal einen, der etwas nicht so eng sieht." Deshalb sei der Trainerstab von Vogts auch mit ihm, Co-Trainer Wolfgang Rolff und Torwarttrainer Toni Schumacher besetzt worden.

"Toni Schumacher, Wolfgang Rolff und ich sind sicher nicht seine Ja-Sager. Wir arbeiten ihm zu und sollten intern auf einen Nenner kommen", äußerte der langjährige Bundesligaprofi des 1. FC Köln, der in den letzten Jahren in Japan lebte und mit einer Japanerin verheiratet ist.

Seine Aufgabe beim Werksclub charakterisiert der gebürtige Berliner wie folgt: "Ich habe einen Draht zu den Spielern. Berti ist der ruhige Typ, ich bin der Gegenpart. Ich versuche, seine Vorstellungen rüberzubringen. Auch im technischen Bereich möchte ich etwas bewegen. Die Spieler in Leverkusen sind schon gut - also muss ich mir was Außergewöhnliches einfallen lassen, damit sie noch besser werden." Littbarskis Fernziel ist auf jeden Fall ein Cheftrainerposten. "An der Seite von Berti habe ich in Deutschland einen guten Start. Daraus kann was werden." Am Dienstag leitet der neue Chefcoach Vogts zusammen mit Rolff erstmals das Training bei den Rheinländern, die den Ex-Bundestrainer am vergangenen Donnerstag als Nachfolger von Interims-Teamchef Rudi Völler präsentiert hatten. Am vergangenen Freitag war der 53 Jahre alte Coach nach Argentinien geflogen, wo er einen Abwehrspieler und einen Stürmer als mögliche Verstärkungen beobachtete.

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